Jedem seinen Garten Eden

Ob Privat-, Künstler-, Kloster-, Schloss- oder Kräutergarten. In Baden-Württemberg und rund um den Bodensee gibt es hunderte von Menschenhand geschaffene Gartenanlagen zu entdecken. Für Gartenbesitzer wie auch für grün angehauchte Touristen stehen diese Paradiese offen. Sie bieten Raum für Muße, aber auch jede Menge Anregungen für den eigenen Garten.

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  • 300 Jahre alter Palmfarn in Gärten des Karlsruher Schlosses. 1/5
    300 Jahre alter Palmfarn in Gärten des Karlsruher Schlosses. Foto: 
  • Das Gartenlabor des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg am Bodensee. 2/5
    Das Gartenlabor des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg am Bodensee. Foto: 
  • Gärten auf der Insel Reichenau. 3/5
    Gärten auf der Insel Reichenau. Foto: 
  • Skulpturengarten im Seeatelier Gaienhofen. 4/5
    Skulpturengarten im Seeatelier Gaienhofen. Foto: 
  • Der Schlossgarten in Weikersheim. 5/5
    Der Schlossgarten in Weikersheim. Foto: 
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Sie sind mit dem menschlichen Gesicht vergleichbar – die Gärten in Baden-Württemberg und rund um den Bodensee. Keiner gleicht dem anderen. Ein jeder hat sein ganz eigenes Gesicht. Mancher duftet nach Rosen, andere spielen mit Skulpturen und Teichen. Etliche sind das Aushängeschild ihrer einstigen Schlossherren.

Auch gartenverliebte Privateigentümer öffnen die Tore, um ihre selbst geschaffenen Paradiese zu zeigen. Die Fülle an besuchbaren Gärten gleicht einem Dschungel, in dem es über das ganze Land verstreutSpannendes zu entdecken gibt. Über die nach ästhetischen Vorstellungen gestalteten Anlagen hinaus gibt es Lehrgärten wie botanische Gärten, sei es in Tübingen, Karlsruhe oder im archäobotanischen Garten in Gaienhofen. Natürlich gehören hierzu die Kräutergärten, unter anderem in vielen Klosteranlagen. Ein erster Überblick findet sich im Internet. (www.tourismus-bw.de; hier das Stichwort „Garten“ eingeben)


300 Jahe alter Palmfarn



Die Stadt Karlsruhe feiert in diesem Jahr ihre Gründung vor 300 Jahren mit rund 500 Veranstaltungen. Hier lässt sich das eine oder andere Fest mit einem Besuch des Botanischen Gartens mit seinen Schauhäusern verbinden. Der Botanische Garten, in seinem Kern eine Gründung von Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach, ist ebenso alt wie die  Stadt Karlsruhe  selbst. Es gibt sogar noch einen lebendigen Zeugen aus der Zeit der Stadtgründung: einen 300 Jahre alten Palmfarn. Der Garten gehört zur Kooperation Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, deren Homepage zu vielen weiteren Gartenperlen führt.


Blick über den Bodensee



Wer einen Ausflug zum Napoleon-Schloss auf dem Arenenberg am Schweizer Bodenseeufer unternimmt, den führt sein Weg durch unterschiedliche Versuchsgärten. In diesem „Gartenlabor“ werden etwa die Anbautechniken von botanischen Raritäten wie Minikiwis und Apfelbeeren untersucht und Besuchern präsentiert. Im BBZ, dem Bildungs-und Beratungszentrum Arenenberg, kann man Tageskurse buchen, die vom Umgang mit der Sense bis zum Rosenschnitt reichen. Die Teilnehmer lernen in beneidenswerter Umgebung: Der Blick reicht von den Versuchsgärten über die Reben im eigenen Weinberg bis weit hinaus auf den Untersee. Darüber hinaus können die Gäste in dem im vorigen Jahr eröffneten Mittelaltergarten und der nach Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestalteten Parkanlage von Schloss Arenenberg lustwandeln. Der Lustgarten ist mit Wasserlauf, Rasenbänken und Kräuterbeeten nicht nur schön anzusehen, er duftet auch intensiv.



Walahfrids Hortulus



Walahfrid von der Reichenau, auch Strabo, der Schielende, genannt, hatte schon im frühen Mittelalter ein Auge auf den Kräutergarten geworfen. Am Bodensee geboren, lebte und wirkte er als Mönch lange im Kloster auf der Insel Reichenau. Um 840, also lange vor Erfindung des Buchdrucks, verfasste Walahfrid dort den Liber de cultura hortorumso, kurz Hortulus genannt. Es ist eines der beutendsten botanischen Werke des Mittelalters. In 24 Versen werden 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen samt Anbauhilfe und Wirkweisen beschrieben. Heute ist der Kräutergarten zu besichtigen.



Skulpturen setzen Akzente
 



Durch den terrassierten Garten schlängeln sich Hecken aus Buchen, Lorbeer und Buchs. Eiben, Säulenthujen und Magnolien ragen in die Höhe. Sie alle bilden die Kulisse für einen Skulpturengarten, in dem Kunst und Natur ein spannungsvolles Miteinander eingehen. Der an einen Hang geschmiegte Privatgarten „Seeatelier“ der Malerin Susanne Lubach in Gaienhofen eröffnet am 24. Juli eine Ausstellung mit Skulpturen und Malerei verschiedener Künstler. Die Künstlerin ist Mitglied der Kooperation „Garten-Rendezvous am Untersee“, in der Dutzende von öffentlichen und privaten Gärten – mit Öffnungszeiten und Telefonnummern – aufgeführt sind. In Gaienhofen liegt auch das ehemalige Wohnhaus des Dichters Hermann Hesse, dessen Garten nach historischen Plänen rekonstruiert worden ist.



Aurikeltheater im Schlossgarten



Aurikeln ( Primeln) gehören in den Schlossgarten von Weikersheim wie Zitrusgewächse, Granatapfel, Lorbeer und Agaven. Das wissen die Schlossgärtner aus der Inventarliste von 1745. Im Schlosshof wird alljährlich ein „Aurikeltheater“ aufgebaut. Bis zum 10. Mai sind diese Modepflanzen des 17. und 18. Jahrhunderts, wie zur Zeit des Grafen Carl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim (1674–1756), zu sehen. Präsentiert werden sie auf einer treppenförmigen Holzetagere mit Überdach – gebaut exakt nach historischen Vorbildern.

 

 


 

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