Im Urlaub hat der Chef nicht zu stören

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Arbeitnehmer müssen in den Ferien für ihren Chef nicht erreichbar sein. "Viele Angestellte bieten das in der Praxis freiwillig an", sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Der Arbeitgeber kann die Erreichbarkeit aber nicht verlangen - auch nicht von besonders wichtigen Mitarbeitern und Leitenden Angestellten. Nach dem Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer, kurz Bundesurlaubsgesetz, müssen Angestellte im Urlaub ganz von der Arbeit entbunden sein. Das ist sogar dann der Fall, wenn im Arbeitsvertrag geregelt ist, dass der Arbeitnehmer in den Ferien erreichbar sein muss. Derartige Klauseln sind unzulässig, erklärt Oberthür.

Dieser starke Schutz gilt allerdings nur für vier Wochen im Jahr - das ist der Zeitraum, den das Gesetz als Mindeststandard vorschreibt. Für alle zusätzlichen Urlaubstage, die zum Beispiel durch Tarifverträge zu gewähren sind, kann der Arbeitgeber andere Regeln treffen und damit auch eine ständige Erreichbarkeit verlangen.

Ändert sich plötzlich die Auftragslage, darf der Chef seine Angestellten auch nicht zwingen, ihre Ferien zu verschieben. Das gilt zumindest dann, wenn er den Urlaub vorher schon verbindlich festgelegt und einen Urlaubsantrag genehmigt hat. "Danach sind Änderungen nur noch im gegenseitigen Einvernehmen möglich", erklärt Oberthür.

Verschiebt der Arbeitnehmer freiwillig seinen Urlaub, kann er den Arbeitgeber bitten, bereits entstandene Kosten - etwa Anzahlungen im Hotel - zu übernehmen. Einen Anspruch darauf haben Mitarbeiter aber nicht per se. Sie sollten deshalb eine Verschiebung davon abhängig machen, ob die Firma die Kosten übernimmt, rät Oberthür. Viele Arbeitgeber zahlen übrigens nicht nur die Stornierungskosten - sie bieten häufig als Entschädigung und Dankeschön noch einen zusätzlichen Urlaubstag an. Info Das gesamte Bundesurlaubsgesetz im Internet: www.

gesetze-im-internet.de/burlg/

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