Extremes Wetter beschert Bauern herbe Einbußen

Die Obsternte fällt in diesem Jahr gerade in Baden-Württemberg miserabel aus. Bei Getreide läuft es dagegen besser als erwartet.

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Rote Äpfle: Missernten für Bauern im Land  Foto: 

Apfelfans müssen in diesem Jahr verstärkt zu ausländischer Ware greifen: Die deutsche Ernte dürfte um 54 Prozent kleiner ausfallen als 2016. Mit 555.000 Tonnen erwarten die Landwirte die geringste Menge seit 1991. Frostschäden, Hagel und Starkregen sorgten besonders in Baden-Württemberg für Mini-Ernten oder gar Totalausfälle, beklagt Bauernpräsident Joachim Rukwied in Berlin.  

Besser sieht es in Norddeutschland aus, weil die Bauern dort mehr in Maßnahmen gegen Hagel und andere zunehmende Folgen des Klimawandels investiert haben. Europaweit dürfte etwa ein Fünftel weniger Äpfel geerntet werden.

Schlechte Erdbeer-Ernte

Gerade im Südwesten gab es häufig auch bei Kirschen Totalausfälle. Im gesamten Bundesgebiet dürften 56 Prozent weniger Süßkirschen und 45 Prozent weniger Sauerkirschen gepflückt werden als 2016. Bei Erdbeeren ging die Menge um 20 Prozent zurück.

Lokal sehr unterschiedlich sieht es auch beim Wein aus. Manche Winzer können eine volle Ernte erwarten, andere haben frostbedingte Verluste. Die Getreideausbeute dürfte zumindest in Baden-Württemberg besser ausfallen als erwartet: Das Statistische Landesamt rechnet mit 2,9 Millionen Tonnen. Das wäre ein Zehntel mehr als 2016, aber knapp zwei Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Allerdings verringerte sich auch die Anbaufläche.

Obst ist teurer als im vergangenen Jahr

Bundesweit erwartet Rukwied mit 44,5 Millionen Tonnen eine unterdurchschnittliche Getreideernte. Das wären zwei Prozent weniger als 2016. Die Ernte ist aber aufgrund des Regens in einigen Regionen noch nicht abgeschlossen. Bei Raps gab es sogar einen Rückgang um sechs Prozent.

Obst ist derzeit nach Rukwieds Beobachtung im Einzelhandel etwa 10 bis 15 Prozent teurer als vor einem Jahr. Für Weizen dagegen bekommen die Bauern trotz der kleineren Ernte kaum mehr Geld. Denn entscheidend sind die Preise auf dem Weltmarkt. Diese sind weitgehend stabil, weil die Produktion weltweit höher ist als der Verbrauch.

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