Der Job zum Studium

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Wichtige Erfahrung: Durch die Mitarbeit in einer Firma können sich Werkstudenten parallel zum Studium zusätzlich für einen Beruf qualifizieren.  Foto: 

Von wegen Elfenbeinturm: Werkstudenten können die Theorie aus Seminar und Vorlesung gleich praktisch ausprobieren und haben es dadurch später leichter beim Berufseinstieg. Denn was Studenten an der Universität lernen, reicht Personalern und Managern oft nicht aus: Sie legen Wert auf praxisnahe Kompetenzen und Erfahrungen.

 Das zeigt zum Beispiel eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Viele Studenten seien nicht ausreichend auf die Anforderungen im Berufsleben vorbereitet, heißt es dort. Hier kommt der Werkstudent ins Spiel: Anders als bei einem regulären Nebenjob geht es hier nicht darum, den Lebensunterhalt zu verdienen. Werkstudenten arbeiten meist mehr als nur ein paar Stunden pro Woche  und vor allem in einem Job, der inhaltlich etwas mit ihrem Studienfach zu tun hat.

Werkstudenten sollten immer möglichst nah am Studienfach jobben, empfiehlt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk in Berlin. Am besten direkt beim künftigen Traum-Arbeitgeber. Im Idealfall knüpft man so schon wertvolle Kontakte. „In einem Bewerbungsgespräch kann man einen zukünftigen Mitarbeiter nie so gut kennenlernen, wie wenn er einige Zeit im Unternehmen gearbeitet hat“, sagt Benjamin Roos, Gründer des Personaldienstleisters Studitemps.

 Auch wenn das gewünschte Unternehmen keine Jobs am eigenen Wohnort anbietet oder der Student sich beruflich noch nicht festlegen will, lohnt sich der Arbeitseinsatz, sagt Roos. Denn Werkstudenten lernen, ihre Zeit zwischen Studium und Job gut zu managen. „Und sie sind aus meiner Erfahrung sehr viel eigenständiger im späteren Job.“

Jobangebote finden Studierende etwa an Schwarzen Brettern in den Hochschulen, durch Mund-zu-Mund-Propaganda, auf Internetportalen oder bei den studentischen Arbeitsvermittlungen der Studentenwerke. In jedem Fall sollten Studierende auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen, rät Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. Darin sollten die Anzahl der wöchentlichen Stunden und die Höhe des Verdiensts festgehalten werden. Wer Zweifel oder Fragen hat, kann sich beim jeweiligen Studentenwerk oder einer Gewerkschaft beraten lassen.

 Auch für Studenten gelten die gesetzlichen Mindeststandards für Lohnhöhe, Arbeitszeiten, Beginn und Ende der Beschäftigung. „Für Studierende gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro genauso wie der Anspruch auf Erholungsurlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall“, sagt Manuela Conte, Bundesjugendsekretärin beim Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB). Letzteres gibt es aber nur für sechs Wochen, Krankengeld bekommen Werkstudenten danach nicht.

 Genauer hinschauen sollten Studenten laut DGB, wenn von einem Werkvertrag die Rede ist. „Dann suchen die Auftraggeber meist Selbstständige, die gegen Honorar einen Auftrag erfüllen“, sagt Conte. „Damit gehen zwar unternehmerische Freiheiten einher, aber auch Pflichten gegenüber der Sozialversicherung und dem Finanzamt.“ Hier gilt: vorab gut beraten lassen und zusätzliche Kosten beim Honorar einkalkulieren. Wichtig für Werkstudenten ist vor allem, dass das Studium die Hauptsache bleibt. Denn dann müssen  keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden. Das heißt konkret: Sie dürfen insgesamt nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. „Ausnahmen von der 20-Stunden-Regelung, etwa in der vorlesungsfernen Zeit, in Abendstunden und an den Wochenenden, sind immer mit der Krankenkasse zu besprechen“, rät Grob. Auch wer von Sozialversicherungsbeiträgen befreit ist, muss Beiträge zur Rentenversicherung zahlen.

Werkstudent kann man unabhängig vom monatlichen Verdienst sein. Ab dem Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde ist alles erlaubt. Für viele Studierende gibt es aber trotzdem Obergrenzen: Mit Bafög gilt beispielsweise eine Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro pro Monat. Wer in der Krankenkasse der Eltern familienversichert ist, darf monatlich nicht mehr als 450 Euro mit einem Minijob oder 425 Euro plus 83,30 Euro Werbungskostenpauschale in einem Midijob verdienen, sonst muss er sich selbst krankenversichern.

 Bei Werkstudenten zählen Motivation, gute Ideen und Verlässlichkeit, sagt Benjamin Roos. Die Aufgaben können anfangs einfach oder langweilig sein. Wer Einsatz zeigt, bekommt aber oft schnell anspruchsvollere Jobs. Zudem sollte der Arbeitgeber mit dem Werkstudenten planen können: Mit Ausnahme der Prüfungszeiten sollte er daher mindestens 12, besser 16 Stunden pro Woche an seinem Arbeitsplatz zur Verfügung stehen.

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