Wie Nutzer bei kaputtem Display an ihre Handydaten kommen

Warum die klobige Kamera immer mit sich herumschleppen? Schnappschüsse lassen sich auch mit dem Smartphone machen - und das ist immer griffbereit. Doch was tun, wenn es plötzlich aus der Hand rutscht?

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Unfreiwillig geerdet: Wenn das Smartphone hart auf dem Boden aufschlägt, ist das Display oft hinüber. Ohne Touchscreen aber lässt es sich kaum bedienen.  Foto: 

Weil die Qualität der Aufnahmen mittlerweile ganz gut ist, nutzen viele Anwender lieber ihr Mobiltelefon, um Besonderes im Bild festzuhalten. Mit wenigen Klicks landet das ohne Umschweife sogar in sozialen Netzen wie Facebook. Der Rest der Welt soll schließlich mitbekommen, was man gerade tut.

Doch wehe, das Smartphone rutscht einem aus der Tasche oder fällt durch Unachtsamkeit vom Tisch. Dann geht schnell das Display zu Bruch. Und das kann unangenehme Folgen haben: Unter der hauchdünnen Frontscheibe befindet sich nämlich der Touch-Sensor, der dafür sorgt, dass sich das Gerät mit den Fingern bedienen lässt. Geht die Frontscheibe zu Bruch, funktioniert daher meistens auch der Sensor nicht mehr. Da kann man rubbeln, wie man will.

Nun könnte man natürlich sagen "Dann verbinde ich mein Handy eben via USB-Kabel mit dem Computer und kopiere die Bilder". Das Problem dabei: Ist das Mobiltelefon mit einem Sicherheitscode geschützt - etwa einer vierstelligen Zahl (PIN) oder einem Muster - verweigert es die Kontaktaufnahme mit dem Rechner. Nur wenn der Besitzer die Sperre durch Eingabe des Codes aufhebt, wird es vom PC erkannt. Bloß: Wie soll man den Code auf dem kaputten Touchscreen eintippen?

Daniel Rottinger vom Online-Magazin "teltarif" (www.teltarif.de) kennt das Problem: "Wenn das Display defekt ist, können die Besitzer das Endgerät nicht einfach über USB mit dem PC verbinden und so die Daten auslesen", erklärt er. "Denn das Handy lässt die Verbindung nur zu, wenn die Entsperr-PIN eingegeben wurde."

Doch der Smartphone-Experte weiß Rat. Nutzer, so sagt er, können nämlich alternativ eine USB-Tastatur an das Mobiltelefon anschließen, um den PIN-Code auf diese Weise einzutippen. Ist das Endgerät durch ein Sicherheits-Muster geschützt, schließt man stattdessen eine USB-Maus an und gibt das Muster damit ein.

Neben einem geeigneten Eingabegerät wie einer USB-Maus braucht es dazu lediglich einen speziellen Adapter, der auf der einen Seite eine herkömmliche USB-Schnittstelle vom Typ A und auf der anderen Seite eine Mikro-USB-Schnittstelle besitzt. Solche Adapter werden auch als OTG-Adapter bezeichnet - das Kürzel steht für "On-the-go" ("für unterwegs") - und sind im Fachhandel für knapp zehn Euro erhältlich.

Hierfür ist es notwendig, dass das Smartphone von Hause aus OTG-fähig ist. Das lässt sich zum Beispiel herausfinden, in dem man bei einer Suchmaschine im Internet die Modell-Bezeichnung für sein Smartphone und den Begriff "OTG" eingibt. Im Netz finden sich Listen von Handymodellen, wo deren OTG-Fähigkeit verzeichnet ist. Per Treiber nachrüsten lässt sich die Fähigkeit allerdings leider nicht.

Damit gelingt die Eingabe des Zugangscodes problemlos, wie "teltarif"-Redakteur Rottinger erklärt: "Nachdem die Tastatur mit dem Handy verbunden wurde, kann der Zahlencode eingetippt werden. Anschließend ist der Zugang zum Handyspeicher frei und das Smartphone kann wie gewohnt per USB-Datenkabel mit dem PC verbunden werden."

Etwas kniffliger gestaltet sich das Ganze, wenn man versucht, per Maus das Sicherheitsmuster des Smartphones einzugeben. In diesem Fall muss man nämlich selber abschätzen, wo auf dem Display sich der Mauszeiger gerade genau befindet.

Fein raus ist übrigens, wer ein Smartphone mit microSD-Speicherkarten-Schacht besitzt. Ist eine entsprechende Karte eingelegt und wurde die Kamera-App zuvor so eingestellt, dass Aufnahmen darauf abgelegt werden, kann man sich den Umweg über Keyboard oder Maus ersparen. Dann reicht es, die SD-Karte zu entnehmen und die Daten via Speicherkarten-Lesegerät auf den PC zu übertragen.

Oder man speichert von vornherein ein Backup seiner Daten in einer Cloud, möglichst sicher natürlich.

Selbst basteln oder lieber den Profi engagieren?

Selbstgemacht Wenn nur die Glasscheibe vom Handydisplay zu Bruch ging, kann man den Schaden oft selbst reparieren. Voraussetzung: Bastelgeschick. Im Internet gibt es Reparatursets für verschiedene Smartphone-Typen. Eine gut nachvollziehbare Anleitung bietet das Studentenmagazin www.uniturm.de (bit.ly/1nlKm2r). Allerdings lohnt es sich vorab, Preise bei professionellen Anbietern zu erkunden - vor allem für basteltechnisch Minderbegabte. Schließlich besteht das Risiko, die Sensorschicht des Displays unter der Glasscheibe beim Austausch zu beschädigen. Mitunter sind auch die Reparatursets nicht billig, so dass sich die Mühe nicht wirklich lohnt. Auch das Ersetzen des kompletten Displays ist knifflig und eher etwas für versierte Bastler.

Kosten Preisvergleiche zwischen Profiangeboten und dem eigenen Heimwerken kann man auf dem Portal www.kaputt.de anstellen. Dort sind auch Reparaturdienste in größeren Städten zu finden. Anleitungen bietet auch der Dienstleister idoc auf seiner Seite an unter www.idoc.eu/manuals. Und youtube ist natürlich auch eine Quelle. Wer selbst Hand anlegt, sollte vorher sicherheitshalber prüfen, ob er dadurch möglicherweise Garantieansprüche verliert.

IMA

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