Nur das neueste Whatsapp verschlüsselt

|

Der Messenger Whatsapp sendet Inhalte jetzt in der Standardeinstellung verschlüsselt. Das bedeutet aber nicht, dass automatisch alle Anrufe, Chats und Dateitransfers nur noch vom Sender und Empfänger gehört und gesehen werden können. Damit das funktioniert, müssen beide zunächst die neueste Version des Messengers installieren. Solange einzelne Teilnehmer einer Unterhaltung mit einer veralteten Whatsapp-Version unterwegs sind, bleibt alles beim Alten. Aber kann man Whatsapp nun bedenkenlos nutzen?

Die Verschlüsselung mit dem Signal-Protokoll von Open Whisper Systems, dem Entwickler des Kryptomessengers Signal, nennt Ronald Eikenberg von der Fachzeitschrift "ct" zuverlässig. Künftig lassen sich auch Gesprächspartner verifizieren. Scannt man einen QR-Code auf dem Telefon eines Freundes oder vergleicht eine 60-stellige Zahlenfolge, kann man sicher sein, dass Nachrichten nur an jenes Telefon gesendet werden. Eikenberg nennt den Umstieg auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einen großen Schritt.

Doch einige Schwachstellen gibt es noch. Nach wie vor kennt Whatsapp die Telefonnummern seiner Nutzer, durchsucht deren Adressbücher und kennt die Metadaten einer Unterhaltung. Diese Daten könnten Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste im Ernstfall vom Anbieter fordern. Auf dem Telefon lagern die Chats nach wie vor unverschlüsselt, und auch wer Whatsapp-Unterhaltungen mit iCloud synchronisiert, legt sie unverschlüsselt in seinem Onlinespeicher ab.

"Sie haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten viel getan", urteilt Ronald Eikenberg. "Letztlich bestand auch Handlungsbedarf." Denn gerade die fehlende Verschlüsselung hat bislang einige Nutzer davon abgehalten, Whatsapp zu nutzen. "Viele sind auch skeptisch, weil Facebook dahinter steckt", sagt Eikenberg. Solche Nutzer setzen oft auf Alternativen wie Threema, Signal oder Wire, die auch mit starker Verschlüsselung arbeiten, aber weniger über ihre Nutzer wissen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Knapp eine halbe Million Menschen an die Urnen gerufen

In den beiden Wahlkreisen Ulm und Neu-Ulm sind insgesatm 462.794 Menschen wahlberechtigt. Sie können unter 18 Direktkandidaten und 40 Parteien und Listen auswählen. weiter lesen