Notrufknopf für Oma

Wenn Hör- und Sehkraft nachlassen, ist selbst ein einfaches Telefonat eine Herausforderung. Handys mit großen Tasten und hoher Lautstärke sind da sehr hilfreich. Mobiltelefone für Senioren werden besser.

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Mit den Kindern und Enkeln in Verbindung zu bleiben, ist für die ältere Generation sehr wichtig. Per Handy geht dies ja auch denkbar einfach. Zwar haben viele ältere Semester die Vorteile eines Mobiltelefons für sich entdeckt, doch erst 21 Prozent der Mitbürger ab 60 Jahren nutzen zum Beispiel die Bildtelefonie, bei den Jüngeren (14- bis 29-Jährige) sind es hingegen doppelt so viele. Diese Zahlen hat eine Umfrage des IT-Verbands Bitkom ergeben.

Ein Grund für die geringe Technikbegeisterung der Älteren: Smartphones sind für Betagte oft nur sehr schwer zu bedienen. Die Knöpfe sind häufig viel zu klein und die Einstellungsmöglichkeiten zu komplex und verwirrend. Ein weiteres Manko ist: Bei Fachbegriffen wie GPS, LTE und Bluetooth verstehen ältere Menschen oft nur noch Bahnhof, bei den Jüngeren gehören diese Wörter dagegen schon zur Alltagssprache. Auf Technik-Schnickschnack wie MP3 oder Internet können Senioren ohnehin meist verzichten.

Die für sie entwickelten Handys beschränken sich daher auf das Wesentliche: Telefonieren, SMS-Schreiben und Wecker. Sinnvoll ist allenfalls noch eine eingebaute Taschenlampe. Diese Grund-Funktionen beherrschen die Einfach-Handys meist auch perfekt.

Die Hersteller selbst vermeiden das Wort "Senioren-Smartphone" - aus gutem Grund: Wer gibt schon gerne zu, zum "alten Eisen" zu gehören? Tipp: Kinder, die ihren betagten Eltern ein Handy schenken möchten, sollten den Kauf gemeinsam besprechen. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Telefon später auch den individuellen Bedürfnissen entspricht.

Bei der Wahl des optimalen Modells gilt es darauf zu achten, ob die Tasten einen fühlbaren Druckpunkt besitzen und bei Dunkelheit beleuchtet sind. Auf der Rückseite sitzt in der Regel ein roter Notrufknopf. Drückt man diesen, wählt das Telefon vorher festgelegte Rufnummern an. Wichtig: Im Ernstfall sollte auch der genaue Standort (GPS-Postion) des Anrufers übermittelt werden.

Drei Smartphones für ältere Menschen im Kurzportrait:

emporiaCAREplus: Die in Österreich beheimatete Firma emporia genießt einen guten Ruf im Markt für Senioren-Handys. Das beweist nicht zuletzt die im Juli verliehene Auszeichnung "Red Dot Award 2014" für das "emporiaCAREplus". Bei dem Telefon kann der Anwender den Notrufknopf gleich mit fünf Nummern hinterlegen. Diese werden dann so lange nacheinander angerufen, bis ein Kontakt den Anruf bestätigt. Der Clou: Bei einem Sturz wird die Notrufseqenz automatisch auslöst. Zusätzlich lässt sich die Sequenz auch über die im Lieferumfang enthaltene Uhr auslösen. Das macht Sinn, wenn sich das Handy in der Ladestation befindet. Der Notruf geht dann zum Beispiel an das Deutsche Rote Kreuz, das dieses Senioren-Handy in seiner mobilen Rufhilfe einsetzt. Preis: rund 260 Euro. (www.emporia.at)

Doro PhoneEasy 740: Eine Besonderheit dieses Smartphones ist eine Funktion zur Fernverwaltung. Diese ist für Angehörige wichtig, die so die Reihenfolge der Notrufnummern und den Text eines SMS-Notrufs selbst festlegen können. Hochbetagte sind damit oft überfordert. Dank einer geriffelten Rückseite liegt das Schiebe-Handy sicher in der Hand. Preis: rund 250 Euro. (www.dorodeutschland.de)

Yezz Andy AZ4.5: Avenir Telecom, ein Mobilfunkbetreiber aus Frankreich, hat das leicht zu bedienende "Yezz Andy AZ4.5" im Angebot. Das Android-Gerät zeigt vergrößerte Icons und bietet sogar einen Sprachassistenten, der beim Telefonieren hilft. Auf der Rückseite befindet sich der obligatorische SOS-Button. Die weitere Ausstattung: 4,5-Zoll-Touchscreen, 5 Megapixel-Kamera sowie ein Speicher mit 4 GB Kapazität. Per Mini-Speicherkarten vom Typ Micro-SD lässt sich dieser auf bis zu 32 GB erweitern. Mit einem Preis von rund 180 Euro ist das Modell eine Preisbombe. (www.avenir-telecom.com)

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