"Sanssouci": Der lustwandelnde Adel

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Möglichkeiten, solch einen Schlosspark auszustatten, gibt es viele. Wir können Pavillons, Statuen, Figuren aufstellen, Treppen, Brunnen, Rosenbögen, Kräuterschnecken und Labyrinthe anlegen, aber auch Weinstöcke setzen. Das alles liegt uns in Form von neun unterschiedlichen, kleinen und sehr stabilen Gartenplättchen-Sorten vor. Und zudem hat jeder von uns auch ein Tableau vor sich liegen, auf dem Fritzens Lustgarten konzipiert wird. Dort werden die Plättchen abgelegt.

Ein Netz von vielen Wegen entsteht, und ganz oben warten schon bei jedem die neun Adeligen im Form von kleinen Holzfiguren, die über diese Wege von oben nach unten gezogen werden wollen.

So ein Adliger hat seine Marotten: Der eine will auf seiner Strecke nur Statuen sehen, der andere durch Rosenbögen laufen oder sich in Labyrinthen verirren. Unterwegs können sie zwar abbiegen, kurzfristig etwas anderes bestaunen, aber am Ende des Zugs muss der Adelige wieder in der selben Spalte stehen. Und immer um eine Position tiefer als zuvor. Dafür gibt es dann auch Siegpunkte zu gewinnen.

Was sich Michael Kiesling – dieses Mal solo und ohne seinen Dauerpartner Wolfgang Kramer – hat einfallen lassen, ist ein überaus trickreichen und taktisches Legespiel. Was uns an Gartenplättchen zur Verfügung steht, liegt offen auf einem Spielplan aus. Immer zwei Plättchen sind dort zudem der bestimmten Farbe zugeordnet. Jedem Akteur steht ein identischer Satz Spielkarten zur Verfügung. Und davon hat er vor seinem Zug immer zwei Karten auf der Hand. Da gibt es Karten, die ganz konkret das Motiv des Gartenplättchens zeigen, das man sich nehmen darf. Andere Karten weisen zwei Farben vor, mit denen definiert wird, aus welcher Reihe das Gartenplättchen zu holen ist. Auf das Motiv muss man dann nicht achten.

Die Plättchen müssen dann sofort auf dem Tableau abgelegt werden. Für jedes Teil gibt es auf den Tableaus immer nur ein passendes Feld. Dieses wird zum einen durch das Motiv bestimmt, zum anderen durch die Farbe des Spielplanfeldes, von dem es genommen wurde. Weitere Einschränkungen sind nicht zu beachten. So können Plättchen jederzeit auch ohne Anschluss an andere Plättchen ausgelegt werden.

Wichtig ist nur, dass ein durchgängiges Wegenetz entsteht, auf dem unsere Adeligen gezogen werden. Pro Runde darf immer eine der Figuren bewegt werden. Und das ist sinnvoll, weil dadurch die Zählsteine auf der Punkteleiste nach vorne wandern. Dem Geschick jedes Einzelnen ist es überlassen, wie weit ein Adeliger gezogen wird. Die Reihe, auf der er stehen bleibt, gibt die Anzahl der Siegpunkte vor. Und nach seinem Zug muss die Figur immer eine Reihe tiefer stehen bleiben. Während des Zugs darf sie dagegen zurücklaufen und abbiegen.

Nein, schwierig ist „Sanssouci“ gewiss nicht: Karte ausspielen, Gartenplättchen holen und auf dem Tableau ablegen, eine Figur ziehen. Das war’s auch schon. Und Michael Kiesling ist mit diesem ganz simplen Regelwerk ein ruhiges Spiel alter Schule gelungen. Wichtig ist noch, dass jeder sein Tun auf zwei Aufgabenkarten abstimmt, also voraus plant. Diese geben vor, in welcher Spalte ganz am Ende der Partie möglichst zwei Adelige weit vorne stehen sollten – weil dafür Sondersiegpunkte winken. Auch für jede mit Gartenplättchen komplett belegte Reihe und Spalte gibt es am Ende noch etwas zu gewinnen. Bei geübten Spielern dauert eine Partie zwischen 20 und 45 durchaus spannenden und kurzweiligen Minuten.

Mehr Spiele aus dieser Reihe auch im Internet unter swp.de/spieletest

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