Suzuki Swift: Leichtfüßiger Kleinwagen

Der Swift hat in der sechsten Generation 120 Kilogramm abgenommen. In Kombination mit dem neuen Dreizylinder-Motor bedeutet das viel Fahrfreude bei geringem Verbrauch.

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Ein echtes Leichtgewicht: Der Suzuki Swift hat 120 kg abgespeckt.  Foto: 

Schuster bleib bei deinen Leisten. Das haben sich die Chefstrategen des japanischen Autoherstellers Suzuki gedacht und bei ihrem meistverkauften Modell in Deutschland, dem Swift, nachgelegt. Mit einem neuen Design, aber altbewährtem Konzept aus kompakter Karosserie und sportlicher Motorisierung wollen die Asiaten wieder vor allem preisbewusste, junge Interessenten ansprechen. Angesichts der Tatsache, dass der Swift daneben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis seiner Vorgänger folgt, wird ihnen das wohl wieder ähnlich gelingen, wie seinen fünf Vorgänger-Generationen, von denen hierzulande insgesamt mehr als 300 000 Stück verkauft wurden.

Beim äußeren Erscheinungsbild des Swift hat Suzuki sich insbesondere am Heck einiges getraut und einen leichten Knick über den Heckleuchten eingebaut. An der Frontpartie waren die Japaner etwas weniger mutig und haben den rund geformten, überdurchschnittlichen hohen Vorbau des Kleinwagens fast unverändert gelassen. Insgesamt wurde das Fahrzeug um jeweils einen Zentimeter kürzer und flacher, dafür aber um vier Zentimeter breiter, was den Suzuki noch satter auf der Straße stehen lässt.

Im Innenraum entschieden sich die Ingenieure für eine Mittelkonsole mit einer Kombination aus Touchscreen (Radio, Multimedia, Navigation, Fahrzeugeinstellungen) und Drehrädern (Klimatisierung). So wirkt der Swift recht aufgeräumt, allerdings lenkt die etwas tief angesetzte Anordnung beim Fahren ganz schön ab – obwohl die Bedienelemente leicht zum Fahrer geneigt sind. Apropos Fahrer: Der wird mit der Agilität trotz eines leicht verlängerten Radstandes seine Freude haben. Insbesondere, wer ein straffes Fahrwerk mit einer sehr direkten Lenkung mag, kommt auf seine Kosten. Bei längeren Touren kann es im Swift, der die Bodenverhältnisse recht ungefiltert zurückmeldet, jedoch etwas unbequem werden.

Mildhybrid lohnt in der Stadt

Dabei kann der kleine Japaner in der getesteten Motorenvariante mit Dreizylinder-Benziner und seinen 111 Pferdestärken in der Stadt und auf der Landstraße so manchem Kompaktsportler Konkurrenz machen. Dank der sensationell hohen Gewichtseinsparung von rund 120 Kilogramm schafft der Swift den Spurt von 0 auf 100 km/h jetzt in 10,6 Sekunden – und erweist sich in der Variante mit Mildhybrid-Motorisierung nicht einmal als großer Spritschlucker. Je nach Fahrweise wurden im Test im Drittelmix aus Stadt, Überlandfahrt und Autobahn ein Schnitt von 5,2 bis 6,0 Liter Superbenzin erzielt. Dabei kommt die Spritspartechnik in der Stadt, wo viele Bremsvorgänge erforderlich sind, besonders zur Geltung.

Ein Fortschritt ist auch bei den Assistenzsystemen erkennbar, die jetzt in für die Kleinwagen-Klasse in ungewöhnlich hohem Umfang zur Verfügung stehen – allerdings eher in der Theorie als in der Praxis. Denn die nützlichen und sicherheitsrelevanten Helferchen wie Abstandstempomat, Fernlichtassistent, Spurhaltewarner und Müdigkeitserkennung sind erst ab der höchsten Ausstattungsstufe „Comfort+“ (ab 19.440 Euro) an Bord. Im Test überzeugten die übereifrigen Systeme mit lautem Piepsen und sogar Brems­eingriffen im fließenden Verkehr ohnehin nicht.

Insgesamt ist der Suzuki Swift um mehr als 2500 Euro teurer geworden, weil es ihn jetzt nur noch als Fünftürer mit dem „alten“ 90-PS-Vierzylinder ab 13.790 Euro gibt. Weil die aktuelle Basisversion zudem ohne Radio, Klimaanlage und Kofferraumabdeckung ausgeliefert wird, muss der geneigte Swift-Käufer eigentlich mit einer Investition von knapp 15.000 Euro für die Club-Ausstattung rechnen, mit dem sparsamen Drezylinder. Hier sind dann sogar Lederlenkrad, beheizbare Außenspiegel und LED-Tagfahrlicht mit an Bord.

Für 17.000 Euro gut ausgestattet

Das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet der Dreizylinder-Benziner für 16.940 Euro in der Ausstattungsstufe „Comfort“.  Dafür gibt’s mit Sitzheizung und Smartphone-Anbindung einen schmucken Sportler vorrangig für junge und junggebliebene Fahrer, die viel Wert auf Fahrspaß im Sommer wie Winter legen. Eben das, was der Kleinwagen-Spezialist Suzuki am besten kann.

Antrieb Wassergekühlter Dreizylinder-Benzinmotor mit Turbolader, 998 ccm, 82 kW/111 PS bei 5500/min., 170 Nm bei 2000 bis 3500/min, Frontantrieb, Fünf-Gang-Schaltgetriebe.

Karosserie 3,84 m lang, 1,74 m breit, 1,48 m hoch, Leergewicht 940 kg, zul. Gesamtgewicht 1380 kg, Kofferraum 265 bis 579 Liter, Tank 37 Liter.

Leistungsdaten Spurt von 0 auf 100 km/h in 10,6 Sek., Spitze 195 km/h, Verbrauch im Drittelmix 4,6 Liter Superbenzin laut Hersteller, 5,2 bis 6,0 im Test, CO2-Ausstoß 98 g/km, Euro 6.

Preisgestaltung Einstieg in die Baureihe mit 1.2 Dualjet ab 13 790 Euro, mit Allradantrieb ab 17 240 Euro, 1.0 Boosterjet ab 16 940 Euro (Ausstattung „Comfort“).

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