Volvo XC90: Wellness auf vier Rädern

Er ist geräumig, elegant und ungemein bequem, der neue XC90. Der SUV der Schweden ist aus seinem neunjährigen Dornröschenschlaf erwacht. Hatte doch sein Erscheinungsbild seit 2006 zuletzt etwas altfränkisch angemutet.

Lars Wallerang/mid |

Der XC90 konkurriert unter anderem mit dem riesigen Audi Q7 und dem BMW X5, kann aber den deutschen Dickschiffen durchaus das Wasser reichen. Durch den mächtigen, aber recht fein ziselierten Kühlergrill wirkt der Front-Auftritt des Fahrzeugs imposant und luxuriös zugleich. Bei der Linienführung sind die Schweden ihrer Formsprache der Klarheit treu geblieben, so dass der schwere Wagen nicht übertrieben protzig wirkt. Trotz der enormen Größe und blitzenden Chromleisten strahlt dieser SUV Understatement aus.

Einen besonders großen Schritt zur Oberklasse macht Volvo mit der Innenausstattung: Matte Naturhölzer an Mittelkonsole und Armaturenbrett und wertig wirkende Knöpfe und Schalter verleihen dem Interieur etwas Hochklassiges. Besonders auffällig: der kristallartige Schliff an der Metallverzierung des viereckigen Startknopfs, der sich als Dreh-Schalter erweist. Mit einer leichten Drehung nach rechts startet der Fahrer die Maschine.


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Überarbeitete Motoren mit einer Einheitsgröße von 2,0 Litern Hubraum arbeiten unter der Haube. 85 Prozent der verkauften XC90-Modelle haben einen Diesel-Motor (D5 AWD). Nur fünf Prozent sind Benziner (T6 AWD), und die restlichen zehn Prozent werden von dem neuen Plug-in-Hybrid mit 295 kW/400 PS Systemleistung angetrieben. Dabei ist es den Ingenieuren gelungen, dem nicht gerade voluminösen Motor viel Kraft zu verleihen. Der Dieselmotor mit seinen 165 kW/225PS und Common-Rail-Direkteinspritzung mit i-ART-Einspritzkontrollsystem entwickelt eine beachtliche Schubkraft: Das leer mehr als zwei Tonnen wiegende Auto beschleunigt in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Der Volvo XC90 verbraucht im Schnitt 5,8 Liter Diesel pro 100 km und stößt pro Kilometer etwa 150 g CO2 aus.

In Verbindung mit der serienmäßigen 8-Gang-Automatik Geartronic geschieht das nahezu ruckfrei. Allerdings benötigt die Automatik beim stärkeren Tritt aufs Gaspedal etwas Bedenkzeit, um die beste Stufe für die Schubentfaltung zu finden. Das ist nichts für Ungeduldige, doch im Alltag kommt der Fahrer damit gut zurecht.

Im Zentrum des XC90 steht die neu geschaffene, skalierbare Produkt-Architektur SPA (Scalable Product Architecture). Sie ermöglicht Freiheiten für die Gestaltung von Fahrzeugen und setzt auch Synergien in der Entwicklung und Produktion frei: Der XC90 ist das erste Serienmodell, das auf der SPA basiert. Das bedeutet, dass etwa 90 Prozent aller in dem SUV eingesetzten Teile neu entwickelt worden sind. Das sorgt für Vorteile in den Bereichen Gewicht, Elektronik und Fahrverhalten. So wiegen die neuen Modelle trotz ihres trutzigen Erscheinungsbildes rund 150 kg weniger als beim Vorgänger.

Durch die Plattform bestehen weniger Einschränkungen in Sachen Radstand, Überhang, Fahrzeug-Gesamthöhe und Höhe der Front. Und das wirkt sich nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild, sondern auch auf den Innenraum aus. Denn hier sorgen die neu gewonnenen Freiheiten für gute Platzverhältnisse und selbst in der dritten Sitzreihe für einen in dieser Klasse beachtlichen Reisekomfort. Dies verbindet der Siebensitzer mit der Agilität und dem fahraktiven Charakter von sonst kleineren und flacheren Fahrzeugen.

Der XC90 ist freilich kein SUV zum Schnäppchenpreis. Los geht die Preisliste beim am häufigsten bestellten Diesel. Er kostet ab 53 400 Euro. Der etwas schnellere Benziner mit seinen 235 kW/320 PS und seinem Vermögen innerhalb von 6,5 Sekunden von 0 auf 100 zu beschleunigen, kostet ab 57 700 Euro. Preislicher Spitzenreiter ist der Hybrid T8 Twin Engine, der ab 76 705 Euro kosten soll. Er ist aber auch der schnellste XC90 und beschleunigt in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und verbraucht auf 100 Kilometern gerade einmal 2,5 Liter Benzin und stößt pro Kilometer 59 g CO2 aus.

Mit dem neuen XC90 zeigen die Schweden, dass sie in der Lage sind, den deutschen Oberklasse-Marken Paroli zu bieten. Spätestens jetzt erweisen sich anfängliche Befürchtungen, Volvo werde mit der Übernahme durch den chinesischen Konzern Geely an Identität verlieren, als unbegründet. Dass die federführenden Ingenieure Schweden sind und sich mit ihrer Traditionsmarke identifizieren, wird heute deutlicher als noch vor zehn Jahren.

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