Alexander Held: Darum war "Tannbach" sein "großes Glück"

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Kommt Franz Schober (Alexander Held) auch nach Kriegsende zurecht?  Foto: 

Am heutigen Abend zeigt das ZDF Teil 2 des Dreiteilers "Tannbach" (4., 5. und 7. Januar, 20.15 Uhr). Auch Alexander Held (56, "München Mord - Die Hölle bin ich") ist wieder mit von der Partie. "Weil sich ungefähr genauso viele Journalisten auch für den Film 'Tannbach' interessieren, ist es in Ordnung", sagt der Münchner Schauspieler auf die Frage, wie schwer ihm solche Pressetermine nach dem überraschenden Tod seiner langjährigen Ehefrau Patricia Fugger im Mai 2014 fallen. Welche Rolle die Arbeit bei der Trauerbewältigung gespielt hat und was er sich für 2015 wünscht, erklärt Held im Interview mit spot on news.

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Was wünschen Sie sich für 2015?

Alexander Held: Da wünsche ich mir in jeder Hinsicht ein gesundes und neues Jahr. Ich glaube, dass ich inzwischen auf einem guten Weg zurück ins Leben bin - ein Leben, das wieder mit Freude zu tun hat und nicht mehr nur mit Existieren und Funktionieren.

Trotz "Existieren und Funktionieren" gab es gerade im vergangenen Jahr unheimlich viele sehr erfolgreiche Filme (u.a. "Tatort: Im Schmerz geboren", "München Mord") mit Ihnen. Inwiefern hat die Arbeit bei der Trauerbewältigung geholfen?

Held: Als das mit meiner Frau passiert ist, war ich mit zwei Produktionen parallel beschäftigt: "Unverschämtes Glück" von Hartmut Schön mit Katja Flint, Armin Rhode und mir in den Hauptrollen und der Dreiteiler "Tannbach". Im Nachhinein betrachtet war es ein großes Glück, weil ich in beiden Produktionen mit Menschen zu tun hatte, die in der Lage waren, mich aufzufangen und auch zu schützen. Diese Arbeiten waren das Beste, was mir in der Situation passieren konnte, wenngleich es viel mit Funktionieren zu tun hatte. Im Anschluss daran hatte ich noch eine Produktion und jetzt mache ich Pressearbeit für "Tannbach", langweilig wird mir also nicht.

Was halten Sie denn von Geschichtsverarbeitung in einem Unterhaltungsformat wie "Tannbach"?

Held: Der Film beginnt Ende des Zweiten Weltkrieges und beschäftigt sich mit den Veränderungen und Neuorientierungen dieser Zeit in einem kleinen Dorf. Ein Novum im deutschen Fernsehen, zumindest ist mir kein Film bekannt, der sich mit dieser Zeit so intensiv auseinandersetzt. Insofern halte ich den Film für sehr richtig und wichtig, weil man wissen muss, was war, um Willi Brandts Satz "jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört" verstehen zu können.

Der Film zeigt sehr eindrücklich den unglaublichen Dreh, den die Menschen mit Kriegsende im Kopf hinbekommen mussten. Was gut war, ist plötzlich schlecht und umgekehrt. Wie kann so etwas gelingen?

Held: Genau davon erzählen auch viele emigrierte jüdische Deutsche, die zurückkamen und in diesem Nachkriegsdeutschland auf Menschen trafen, bei denen sie sich ständig die Frage stellten: Wer warst du vorher? Eine sehr komplexe und schwierige Situation.

Auch für den Franz Schober, den Sie im Film spielen?

Held: Für den war das eher weniger schwierig. Er ist ein Opportunist, der in jedem System zum Nutznießer wird.

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie auf dem Dachboden plötzlich Hitler-Bilder oder ähnliches finden würden?

Held: Ich weiß, dass da keine sind. Meine Familie ist recht überschaubar, weil die beiden Schwestern meines Vaters bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sind und meine Mutter nur eine Schwester und die wiederum nur einen Sohn hatte. Weil alle bereits gestorben sind, war ich leider schon auf einigen Speichern meiner Familie. Da fand sich nichts.

Sie sind Jahrgang 1958. Wie sehr war die Aufarbeitung der Kriegsgeschehnisse Thema in Ihrer Familie?

Held: Ich kann mich daran erinnern, dass mein Opa und sein Bruder, die beide den Ersten Weltkrieg miterlebt haben, sehr viel darüber gesprochen haben. Mein Opa war sicher kein Widerstandskämpfer, aus der Erfahrung des Ersten Weltkrieges heraus war er aber ein entschiedener Gegner der Nazis.

Nicht ungefährlich damals...

Held: Weil er mit seiner Meinung nie hinterm Berg gehalten hat, wurde er vom höheren Dienst bei der Post zum Briefträger degradiert. Ein dreiviertel Jahr vor Ende des Krieges wurde er dann tatsächlich von der Gestapo gesucht. Von da an hat er sich bei befreundeten Bauern, eine dreiviertel Stunde von München entfernt, versteckt gehalten. Das waren Themen zwischen den Brüdern, die ich als Kleiner mitbekommen habe...

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