WM-Vorbereitung: Löws trotziger Optimismus

Bundestrainer Joachim Löw strich Marcel Schmelzer, Kevin Volland und Shkodran Mustafi aus dem WM-Kader. Und macht trotz des enttäuschenden 2:2 im Testspiel gegen Kamerun auf Optimismus.

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    Lässt sich vom 2:2 gegen Kamerun nicht unterkriegen: Joachim Löw glaubt an eine erfolgreiche WM. Foto: dpa
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Wie ein Guru, der alle guten Geister beschwört, wirkte Joachim Löw nach dem enttäuschenden 2:2 im vorletzten WM-Test gegen Kamerun. "Ich weiß, dass wir manche Dinge besser machen können", sagte er. Oder: "Ich bin absolut überzeugt und optimistisch, dass wir in zwei Wochen in einer viel besseren Verfassung sind." Die bösen Geister, die an der Mission Rio zweifeln, sollen in der Flasche bleiben, lautete Löws unausgesprochene Botschaft. Frei nach dem Motto: Ruhe ist jetzt die erste Trainerpflicht.

Dem Dortmunder Linksverteidiger Marcel Schmelzer, Defensivspieler Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua) und dem Hoffenheimer Angreifer Kevin Volland traute der Bundestrainer die Wende zum Besseren bis zum ersten deutschen Gruppenspiel am 16. Juni gegen Portugal nicht zu. Er strich das Trio gestern aus dem erweiterten Kader. Der Dortmunder Schmelzer, ursprünglich als linker Abwehrspieler fest eingeplant, ist der größte Verlierer in Löws WM-Puzzle. Der 26-Jährige laboriert zwar an Knie-Problemen. Aber das tun andere auch. Bei Sami Khedira oder Bastian Schweinsteiger, der am Sonntag nicht einsatzfähig war, macht der Bundestrainer Ausnahmen von seiner selbst aufgestellten Regel (nur topfitte Spieler fahren nach Brasilien mit). Bei Schmelzer nicht.

Schwer nachzuvollziehen ist der Verzicht auf Kevin Volland, dem einzigen Stürmer neben Routinier Miroslav Klose im erweiterten Kader. Dass der mit bald 36 Jahren eine nicht nur klimatisch schwere WM durchhält, ist nicht anzunehmen. Bleibt als einzige Alternative zu Klose - auch er fühlte sich am Sonntag nicht Länderspiel-tauglich - die "falsche Neun": ein spielender Mittelstürmer, der gar keiner ist. In dieser Rolle versuchte sich Mario Götze in Mönchengladbach. Doch außer einem Pfostenschuss gelang ihm kaum etwas. Zuzutrauen ist die "falsche Neun" Thomas Müller. Als Torschützenkönig der WM 2010 bringt er ja eine vielversprechende Empfehlung mit.

Eindeutiger Gewinner beim 2:2 gegen Kamerun war Schmelzers BVB-Teamkollege Erik Durm. Als gelernter Offensivspieler zeigte er auf der linken Abwehrseite eine engagierte Leistung. Ein "Gänsehautgefühl" habe er gehabt, gestand der 22-Jährige. Da Löw einen Einsatz von Philipp Lahm oder Jérôme Boateng auf links ausschloss, darf sich der Shooting-Star nun sogar WM-Einsätze ausrechnen. Aufatmen durften auch Benedikt Höwedes, Christoph Kramer, Matthias Ginter und Julian Draxler. Als bisherige WM-Wackelkandidaten, haben sie ihr Brasilien-Ticket nun sicher.

Nach drei freien Tagen mit individuellem Training zu Hause treffen sich die 23 Auserwählten am Donnerstag in Mainz. Arbeit bleibt bis zum WM-Auftakt noch genug. Löw nannte als wichtigste Ansatzpunkte ein genaueres Passspiel, eine bessere Chancenverwertung und mehr Konzentration in der Abwehr. Sollte das nicht klappen, kämen die bösen Geister schneller aus der Flasche, als Löw es sich vorstellen mag.

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