WM-SERIE: Squadra azzurra baut Andrea Pirlo

Bitterer gehts kaum. Viele Monate hatte sich Riccardo Montolivo auf die Fußball-Weltmeisterschaft vorbereitet. Und dann das.

|

Im Testspiel gegen die Republik Irland (0:0) am vergangenen Samstag bekam der 29 Jahre alte Kapitän der italienischen Nationalelf einen Schlag auf das linke Schienbein - und eine niederschmetternde Diagnose: glatter Bruch. Statt in Brasilien Samba auf dem Rasen zu tanzen, trägt Montolivo nun Gips und fällt vier Monate aus.

"Der gespenstische Blick von Coach Cesare Prandelli erklärt besser als viele Worte, wie gravierend der Verlust ist. Wegen seinen physischen Leistungen, seiner Technik und seines Spieltempos sind Montolivos Leistungen nicht unter jenen des Regisseurs Andrea Pirlo zu bewerten", machte "Gazzetta dello Sport" die Tragweite dieses Ausfalls für das italienische Nationalteam klar.

Immerhin, der geniale Chef-Stratege Pirlo, der vor acht Jahren mit seinem Team im Halbfinale Deutschlands Traum vom Sommermärchen-Titel beendete, wenige Tage später Weltmeister wurde und bei der EM 2012 die Zuschauer verzückte, ist mit seinen 35 Jahren immer noch am Ball. Die Frage ist, was er unter schwierigen Bedingungen in Manaus - dort im brasilianischen Regenwald findet die Auftaktbegegnung gegen England statt - und in Natal - hier trägt Italien sein drittes Gruppenspiel gegen Uruguay aus - noch zu leisten in der Lage ist. "Das Ziel ist auf jeden Fall das Finale", gibt sich Pirlo unbeeindruckt von den zu erwartenden Bedingungen. Beim Confederations Cup vor einem Jahr konnte sich Italien als einziges europäisches Team neben Weltmeister Spanien schon mal an die Bedingungen vor Ort gewöhnen.

Mit Gianluigi Buffon (35) ist ein weiterer Spieler am Ball, der weiß, wie man Weltmeister wird. Wenn auch seine Reflexe nicht mehr so stark sind wie zu Glanzzeiten, zählt der Titelträger von 2006 nach wie vor zu den besten Torhütern.

Lange hatten sich selbst Francesco Totti (37) und der ehemalige FC-Bayern-Stürmer Luca Toni (36) Hoffnungen gemacht. Doch so viel "Erfahrung" war Prandelli dann doch suspekt. Er achtete auf eine gute Mischung zwischen Routine und jungen Kräften. Zu ihnen zählt in erster Linie der unberechenbare Mario Balotelli (23), der sich mit seinen beiden Treffern im EM-Halbfinale 2012 gegen Deutschland in die Fußball-Geschichtsbücher eingeschrieben hat. Interessant aus deutscher Sicht wird auch sein, wie sich der künftige Dortmunder Ciro Immobile präsentieren wird.

Mit vier Titeln ist Italien die erfolgreichste europäische Mannschaft bei einer WM, lediglich Brasilien ist noch erfolgreicher. Dem Titel in Deutschland folgte vor vier Jahren in Südafrika allerdings ein Einbruch: die "Squadra azzurra" schied unter Marcelo Lippi mit lediglich zwei Punkten in der Gruppenphase aus. Danach übernahm Cesare Prandelli das Team. Der modernisierte das italienische System. Den Verteidigungsfußball früherer Zeiten hat er um eine offensiveren Ausrichtung erweitert. Der 56-jährige Trainer gilt als versierter Taktikfuchs.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Dieb bedankt sich für Beute

Ein unbekannter Dieb hat aus einem unverschlossenen Auto in Ellwangen teure Sportkleidung gestohlen und sich dafür per Brief bedankt. weiter lesen