WM-SERIE: Costa Rica - Schöne Träume muss man genießen

Dass wir die WM in Brasilien spielen dürfen, ist ein Traum. Und schöne Träume muss man genießen." Mit dieser Einstellung geht Junior Diaz vom FSV Mainz 05 in die Weltmeisterschaft.

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Dass wir die WM in Brasilien spielen dürfen, ist ein Traum. Und schöne Träume muss man genießen." Mit dieser Einstellung geht Junior Diaz vom FSV Mainz 05 in die Weltmeisterschaft. Der 30 Jahre alte Linksverteidiger ist der einzige Bundesliga-Profi in den Reihen von Costa Rica, das in der Gruppe D gegen die ehemaligen Weltmeister England, Italien und Uruguay als krasser Außenseiter gilt. "Wir haben nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen", gibt sich der 30-Jährige pragmatisch.

Costa Rica bringt ein Team ohne große Stars an den Start. Auch Junior Diaz ist in der Bundesliga, wo er vor zwei Jahren anheuerte, nicht die große Nummer. Immerhin 20 Bundesliga-Spiele hat er in der abgelaufenen Saison bestritten, darunter 14 in der Rückrunde. "Dadurch habe ich meinen Rhythmus wieder gefunden und wieder Selbstvertrauen bekommen", sieht er sich für die anstehenden Herausforderungen gewappnet.

Die Abwehr ist das Prunkstück der Nationalmannschaft von Costa Rica, und Giancarlo Gonzalez, genannt Pipo, ist ihr Chef. In der Qualifikation haben sich "Los Ticos" lediglich sieben Gegentreffer eingefangen und beendeten den Wettbewerb als Zweiter hinter den USA und vor Mexiko. "Geordnet und intelligent" nennt Pipo die eigene, vom kolumbianischen Trainer Jorge Luis Pinto vorgegebene Spielweise. "Wir verstehen es, unsere Stärken auszuspielen, sind uns aber auch unserer Schwächen bewusst", sagt Gonzalez.

Die ohnehin nicht allzu starke Offensivabteilung erfuhr in der letzten Phase der Vorbereitung noch einmal eine Schwächung. Stürmer Alvaro Saboro, der acht der 27 Tore in der WM-Qualifikation erzielte, fällt für Brasilien aus. Er zog sich bei der Vorbereitung in San Jose einen Mittelfußbruch zu. "Das trifft uns alle, Alvaro ist ein Anführer. Ich hoffe, dass wir ihn ersetzen können, auch wenn es nicht leicht wird", sagt Trainer Pinto.

Für den sechsmaligen Zentralamerika-Meister ist es die vierte WM. Der bisher größte Erfolg war das Erreichen des Achtelfinales 1990 in Italien. Die bislang einzige Begegnung gegen Deutschland war das erste Gruppenspiel bei der WM 2006 in München, das die DFB-Auswahl mit 4:2 gewann. Damals leitete der frühe Führungstreffer von Philipp Lahm zum 1:0 das deutsche Sommermärchen ein. Die beiden Gegentore von Paulo Wanchope zeigten allerdings auch, dass die Defensive der deutschen Nationalelf nicht ganz sattelfest war.

"Das ganze Land wird zu hundert Prozent hinter uns stehen", ist Junior Diaz überzeugt, auch wenn das Erreichen des Achtelfinales gegen die drei Ex-Weltmeister utopisch sein dürfte. Aber die Flinte von vorneherein ins Korn zu werfen, dazu besteht kein Anlass. "Ich denke, die Spiele sind immer ausgeglichener geworden. Es kommt zu immer knapperen Ergebnissen", sagt Pipo. Vielleicht ist ja auch für sein Team die eine oder andere Überraschung drin.

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