Im Jubel vergisst Torres den Albtraum
Johannesburg. Ganz Spanien jubelt über den WM-Titel - auch Fernando Torres. Der Angreifer hatte allerdings ein Turnier, das eher einem Albtraum glich.
Die Spanier holen zum ersten Mal den WM-Titel - und haben dennoch einen Verlierer in ihren Reihen: Fernando Torres. Für den Stürmer vom FC Liverpool hat sich das Turnier in Südafrika von Beginn an zu einem wahren Albtraum entwickelt. "Er ist großartig, aber auch andere verdienen es zu spielen", meinte Trainer Vicente del Bosque schon vor dem Endspiel vielsagend. Torres saß gegen Holland beim Anpfiff erneut auf der Bank und musste 106 Minuten warten, bis er zu Beginn der zweiten Hälfte der Verlängerung zum Einsatz kam. Doch in letzter Minute verletzte er sich und erlebte den Abpfiff nur noch humpelnd.
Vor zwei Jahren war Fernando Torres beim Euro-Triumph noch im siebten Himmel, inzwischen gelingt ihm einfach nichts mehr. Ohne Tor, ohne Vorlage, ohne Form stolperte er durch das Turnier. Im Halbfinale gegen Deutschland stand er erstmals zu Beginn nicht auf dem Feld. "Mit seinem Einsatz und seiner Persönlichkeit ist Fernando sehr wichtig für unsere Mannschaft. Wir haben volles Vertrauen in ihn", betonte der Coach, aber die Torres-Krise ging dann doch zu tief. "Ich weiß, dass ich körperlich nicht in Topform bin. Aber ich bin froh, dass ich den Wettlauf mit der Zeit gewonnen habe und fühle mich von Tag zu Tag besser", meinte Torres, der im vergangenen April am Knie operiert worden war und lange um seine WM-Teilnahme bangen musste.
Dabei hat Torres in der Mannschaft viele Fürsprecher, die von Spiel zu Spiel gehofft hatten, der Angreifer möge seine Form zurückfinden. "An einem Spieler mit so einer Qualität darf man nicht zweifeln. Es dauert nicht mehr lange, dann wird Fernando wieder eiskalt zuschlagen", sagte Andres Iniesta, der finale Glücksbringer. Und zumindest gestern Abend dachte Torres nicht an seine persönliche Enttäuschung - er wollte einfach nur feiern.
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Autor: THOMAS GOTTHARDT | 12.07.2010
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