Kleines Uruguay heiß auf Platz drei

Hamburg.  Uruguays Stärke ist ihr großes Selbstbewusstsein und Diego Forlán. «Wenn wir die Vorrunde überstehen, können wir die große Überraschung der WM sein», sagte Uruguays Torwart Fernando Muslera schon vor dem ersten Spiel. Er sollte recht behalten.

Genau 60 Jahre nach dem zweiten und bisher letzten WM-Titel haben die Profis aus dem Drei-Millionen-Einwohner-Land als beste Mannschaft Südamerikas in Südafrika wieder ein Stück Fußball-Geschichte geschrieben. Immerhin haben sie bei ihrer elften WM-Teilnahme eine schwarze Serie endlich beendet. In den letzten 16 WM-Spielen gingen sie nur ein einziges Mal als Sieger vom Platz. Jetzt stürmten sie dank eines überragenden Forlán bis in das Spiel um Platz drei und treffen nun auf Deutschland.

Erst im Halbfinale scheiterten die Südamerikaner an den Niederlanden. Spielerisch unterlegen überzeugten die Hellblauen jedoch durch aufopferndes Laufspiel, starken Teamgeist und einen Torhunger bis zur letzten Sekunde. In der Nachspielzeit erzielte Uruguay das 2:3 und hatte kurz vor dem Abpfiff sogar noch die Chance zum Ausgleich auf dem Fuß.

Coach Oscar Tabárez verfügt über eine gute Mischung aus erfahrenen Stars wie Stürmer Forlán und Abwehrstütze Diego Lugano und Talenten wie Luis Suarez. Der 23-Jährige von Ajax Amsterdam erzielte in den Niederlanden 35 Tore in 33 Spielen und stellte mit bislang drei Treffern auch bei der WM seine Kaltschnäuzigkeit unter Beweis. Noch besser machte es Forlán mit vier Toren.

Doch der Mannschaftsliebling hatte zuletzt Oberschenkelprobleme und ist im «kleinen» Finale womöglich nicht zu hundert Prozent fit. «Ich hoffe, dass ich am Samstag dabei sein kann», sagte der Angreifer von Atletico Madrid, der mit seiner Spielübersicht und präzisen Schusstechnik in Südafrika jeden begeisterte. Suarez kehrt nach Ablauf seiner Rot-Sperre bei der Partie in Port Elizabeth auf jeden Fall in die ansonsten sehr fair agierende Startelf von Coach Oscar Tabárez zurück. «Für uns ist die WM noch nicht vorbei. Jetzt wollen wir unter die ersten Drei», sagte der Nachwuchsstar, der im Viertelfinale gegen Ghana wegen absichtlichen Handspiels vom Platz gestellt worden war.

«Ich bin stolz und glücklich mit meiner Mannschaft. Wir haben dem uruguayischen Volk gezeigt, was möglich ist. Nicht nur, weil wir in die Fußballmächte hineingestoßen sind, sondern weil es jeder Gegner gegen uns schwer hat», bilanzierte Tabárez, «diese Truppe verdient höchste Anerkennung, für ihren Einsatz, für ihre Emotionen.» Mit einem Erfolg im «kleinen Finale» in Port Elizabeth könnte er sein Empfehlungsschreiben noch veredeln.

Bilanz gegen Deutschland:

9 Spiele: 1 Sieg, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen - 9:24 Tore


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