Löw lobt seine «Champions» - Zukunft bleibt offen

Port Elizabeth.  Nach dem versöhnlichen Happy End in Südafrika setzte Joachim Löw zum Loblied auf seine mit WM-Bronze dekorierte junge Mannschaft an.

«Champions stehen wieder auf, wenn sie mal verloren haben», sagte der Bundestrainer nach dem 3:2 (1:1) gegen Uruguay im «kleinen Finale» um Platz drei. Mit dem Kraftakt zeigte die noch dazu stark ersatzgeschwächte deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Port Elizabeth zum Abschluss eine positive Reaktion nach dem bitteren Halbfinal-K.o. gegen Spanien.

«Wir fahren mit einem unglaublich guten Gefühl nach Hause», ergänzte Löw mit Blick auf den Heimflug nach Deutschland. Um 6.35 Uhr am Montagmorgen soll der Airbus 380 der Lufthansa in Frankfurt am Main landen. Einen großen Empfang wird es dann nicht geben, die Spieler werden gleich ihren Urlaub antreten. «Die Mannschaft hat es verdient, Dritter zu werden. Wir sind stolz», sagte Bastian Schweinsteiger, der beim siebten und letzten deutschen WM-Spiel den erkrankten Philipp Lahm als Kapitän vertreten hatte.

Auch Löw sehnt sich nach «einem bemerkenswerten Turnier» nach Ruhe. «Die letzten neun Wochen waren unglaublich intensiv. Das hat schon viel Kraft gekostet», sagte der 50-Jährige. Die Fußball-Nation - und ebenso seine Spieler - ließ er auch nach dem Turnierende im Ungewissen darüber, ob er die von ihm selbst ernannte «Mannschaft der Zukunft» auch zum nächsten großen Turnier, der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine, führen wird. «Es haben überhaupt keine Gespräche stattgefunden», beteuerte Löw aufs Neue.

Er brauche jetzt Zeit und Ruhe, um sich zu sammeln. «Jetzt bin ich nicht in der Lage, vernünftige Gedanken zu fassen, was die Zukunft betrifft», sagte er. Danach will er als erstes mit Teammanager Oliver Bierhoff ein Sondierungsgespräch führen. DFB-Präsident Theo Zwanziger, der Löw im Nelson Mandela Bay Stadion die Bronze-Medaille bei der Siegerehrung umhängte, kündigte an: «Wir haben einen tollen Trainer, und ich werde alles tun, dass Jogi Löw bei uns bleibt.»

Die WM-Akteure hoffen, im Urlaub «positive Rückmeldungen» zu erhalten, wie Abwehrspieler Per Mertesacker sagte. «Das ist die persönliche Entscheidung des Trainers», sagte der Bremer, der aber betonte: «Der fußballerische Weg ist geebnet.» Das Team ist jung, hat Potenzial und unglaubliche Moral. Das bewies es auch im kleinen WM-Finale, in dem es mit letzter Kraft sogar einen 1:2-Rückstand wegsteckte.

Sami Khedira sicherte mit seinem ersten Länderspieltor den Sieg (82. Minute) in einem unterhaltsamen und spannenden Spiel. Außerdem trafen der unglaubliche Thomas Müller mit seinem fünften Turniertor (19.) sowie Marcell Jansen (56.). Edinson Cavani (28.) und Diego Forlan (51.) hatten die «Urus» zwischenzeitlich in Führung gebracht.

«Mehr kann man sich nicht wünschen: Fünf Tore und ein deutscher Sieg», frohlockte Bundespräsident Christian Wulff als prominenter Stadiongast. Sieg-Torschütze Khedira trauerte bei aller Freude über WM-Bronze trotzdem dem verpassten Finale nach, das Spanien und die Niederlande bestreiten: «Wenn man sich mit dem dritten Platz zufrieden gibt, macht man irgendetwas falsch.»


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11.07.2010

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