Wulff bei DFB-Pressekonferenz - «Orden für Löw»
Berlin. Der Trainer der erfolgreichen Fußball-Nationalmannschaft, Joachim Löw, ist nach Ansicht von Bundespräsident Christian Wulff reif für höchste Ehren. Er soll mit dem «Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland» ausgezeichnet werden.
Und zwar - das kommt nun eher selten vor - aus der Hand des Staatsoberhauptes selbst im Schloss Bellevue in Berlin. «Weil er die Mannschaft zusammengestellt hat, motiviert hat, Ausfälle ausgeglichen hat, die uns hätten zurückwerfen können, weil er in besonderer Weise eben auch Trainerqualitäten bewiesen hat und wir eben wissen, wie wichtig ein Trainer für ein Team ist», begründete Wulff seine Ordens-Entscheidung. Er fügte, womöglich mit Blick auf die ungewisse Zukunft des Bundestrainers, hinzu: «Und ich hoffe Sie, Herr Löw, auch damit zu erfreuen, dass man in Deutschland sehr wohl weiß, welch großen Anteil Sie an diesem Erfolg haben.»
Der Verdienstorden der Bundesrepublik - umgangssprachlich Bundesverdienstkreuz - ist die höchste Anerkennung, die das Land für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht, und zwar in acht Stufen. Bisher wurde er etwa 240 000 Mal verliehen, heißt es auf der Internetseite des Präsidenten: «Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf solche Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst.» Der Bundespräsident überreiche die Auszeichnung in wenigen Fällen persönlich.
Wulff bot außerdem an, auch die Spieler - wie schon nach dem dritten Platz bei der Heim-WM 2006 - persönlich zu ehren. Falls DFB- Präsident Theo Zwanziger «den Vorschlag macht, das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung des Sports, der Mannschaft zu verleihen, dann würde ich diese Verleihung gerne vornehmen wollen». Wulff sagte, er könnte sich vorstellen, das Silberne Lorbeerblatt an alle Spieler im Zusammenhang mit einem Spiel der Nationalelf in Berlin im Schloss Bellevue auszuhändigen.
Denn Deutschland könne «dankbar für diese Leistung und stolz auf diese Mannschaft sein». Wulffs Fazit: «Die Nationalmannschaft war bester Botschafter im Sinne unseres Landes in der Welt.» Vielleicht sei die junge Truppe um Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer sogar «die beste Mannschaft seit 1972», ließ der erst vor zehn Tagen gewählte Bundespräsident Fußball-Sachverstand durchblicken.
Wulff ließ es in Südafrika aber nicht beim Besuch der Nationalelf und dem Pressekonferenz-Auftritt zwischen Löw und Zwanziger bewenden. «Fußball ist eine völkerverbindende Kraft und hat eben auch eine politische Bedeutung. Ich werde heute Nachmittag hier an einer Konferenz teilnehmen mit 18 Staatschefs aus Afrika», stellte Wulff klar. Dafür seien 12 Millionen Unterschriften im Zusammenhang mit der WM gesammelt worden - «auch durch Engagement von Fußballspielern verschiedener Mannschaften, für mehr Bildung, für mehr Bildung für alle».
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Autor: Von Werner Herpell und Klaus Bergmann, dpa | 11.07.2010
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Bundespräsident Christian Wulff (2.v.r.) mit Löw, Lahm und Schweinsteiger (v.l.).
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