Springreiter Ahlmann im Einzel ausgeschieden

Mit einem ordentlichen Schrecken haben die Olympischen Spiele für die deutschen Springreiter begonnen. Nach drei Reitern ohne Abwurf sorgte Christian Ahlmann für lange Gesichter.

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Christian Ahlmann ist überraschend im Einzel ausgeschieden. Foto: Jochen Lübke

Der Reiter aus Marl sammelte mit Codex One in der ersten Runde völlig überraschend 15 Strafpunkte und ist damit im Einzel bereits ausgeschieden. "Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass alles glattgeht", sagte Bundestrainer Otto Becker und versuchte Optimismus zu verbreiten: "Das darf man aber nicht überbewerten."

Das Reglement rettete Ahlmann und das deutsche Team: Er darf mit seinem Hengst weiter am Teamwettbewerb teilnehmen. Die Eröffnungsrunde im Greenwich Park war lediglich die erste Qualifikation für die Einzelwertung, bei der 15 Paare ausschieden. Darunter waren neben Ahlmann auch andere Prominente wie etwa die zweimalige Team-Olympiasiegerin Beezie Madden (USA).

Dass der missglückte Auftakt Folgen haben könnte, erwartet der Coach nicht: "Ich denke nicht, beide sind top in Form." Mit den anderen drei Teamreitern durfte Becker hingegen zufrieden sein, sie hatten keinen Abwurf.

"Bis dahin war es vom Feinsten", kommentierte Ahlmann. Der Hengst habe sich nach einem Abwurf erschrocken, ein weiterer Abwurf und schließlich eine Verweigerung waren die Folge. Unter Einsatz seiner Gerte musste Ahlmann das Pferd wieder unter Kontrolle bringen. Nach einer kurzen Pause, in der die Hindernisse wieder aufgebaut wurden, ging es weiter. "Ich bin froh, dass er danach wieder gesprungen ist", sagte Ahlmann, der nun nur noch die zwei Runden des Nationenpreises am Sonntag und Montag reiten darf.

Die anderen drei Teamreiter überzeugten und blieben ohne Springfehler in dem nicht allzu schweren Kurs. In der zweiten Runde "können wir sicher eine Steigerung erwarten", sagte Becker.

Zufrieden kommentierte Janne-Friederike Meyer ihren Ritt mit Lambrasco und lobte den Wallach: "Er ist richtig griffig." Begeistert war die Reiterin aus Schenefeld auch von den 23 000 Zuschauern: "Es ist eine Wahnsinns-Stimmung, hier bekommt jeder seinen Applaus."

Einen Zeitfehler kassierte Marcus Ehning (Borken) mit Plot Blue, nahm das aber nicht tragisch. "Ich habe mir bewusst viel Zeit genommen, ich wollte eine sichere Runde drehen", sagte Ehning und erklärte: "Die nächsten Tage werden noch schwer genug."

Besonders zufrieden war Meredith Michaels-Beerbaum, die als Ersatzreiterin mit ihrer erst neunjährigen Bella Donna ins Team gerutscht war. "Das war gut für junge Pferde", erklärte die Reiterin aus Thedinghausen. Außerdem: "Das ist auch gut für die schwächeren Nationen, sonst sterben die schon am ersten Tag." Ihre Stute habe gezeigt, dass sie die Nerven für Olympia habe: "Das weiß man erst, wenn man da ist."

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