Spirig gewinnt Triathlon-Gold vor Norden

Erst die Auswertung der Zielfotos entschied: Im spannendsten Triathlon-Rennen der Olympia-Geschichte wurde Nicola Spirig aus der Schweiz in London Olympiasiegerin vor der Schwedin Lisa Norden. Das deutsche Trio sah das Finale nur aus der Ferne.

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Die Schweizerin Nicola Spirig (l) kam hauchdünn vor der Schwedin Lisa Norden ins Ziel. Foto: Christian Charisius

Zu weit hinten lagen Anne Haug als Elfte, Anja Dittmer als Zwölfte und Svenja Bazlen als 32., um Zeugen des spannendsten Finals der olympischen Triathlon-Geschichte zwischen Nicola Spirig und Lisa Norden zu werden. Gleichauf waren die Schweizerin und die Schwedin durch das Zielband im Londoner Hyde Park gestürmt. Erst nach minutenlanger Auswertung der Fotos vom Einlauf stand die Medaillenvergabe fest: Gold für die 30 Jahre alte Spirig, Silber an Norden, Bronze an die Australierin Erin Densham.

"Beim Überqueren der Ziellinie hatte ich das Gefühl, gewonnen zu haben. Aber ich war mir nicht sicher. Kein Offizieller konnte mir das sagen", berichtete Spirig. "Das dauerte einige Minuten. Das war sehr hart." Neben ihr hatte im Zielraum ihre schwedische Konkurrentin gejubelt. "Ich habe mich über eine Medaille gefreut. Ob nun Gold oder Silber spielte keine Rolle", meinte Lisa Norden.

In dem Ausdauerdreikampf sind so knappe Abstände äußerst selten, in der olympischen Geschichte einmalig. Ehe Spirig und Norden die Zeitmesser vor ein Rätsel stellten, waren sie im Serpentine Lake im Hyde Park 1,5 Kilometer geschwommen, um die berühmteste Gartenanlage Londons etwas über 40 Kilometer Rad gefahren und dann noch einmal 10 Kilometer um den See gelaufen. Bei Spirig und Norden stoppte die Uhr bei 1:59:48 Stunden. Die Dritte Densham lag nur zwei Sekunden hinter dem Duo.

Sofort tauchte die Frage auf: Sollten Spirig und Norden beide die Goldmedaille bekommen? "Ich denke, das ist eine großartige Idee", sagte Lisa Norden - und zeigte mit ihrem Lachen, dass sie ihre Antwort nicht ernst meinte. "Die Regeln sind so, dass es einen Sieger gibt", entgegnete Spirig mit ernsterer Miene.

Über die Medaillenvergabe hatten sich die drei deutschen Starterinnen in der Mixed-Zone informieren lassen müssen. Zumindest für Anne Haug gab es dabei einen Grund zur Freude: Sie gehört wie Lisa Norden zur Trainingsgruppe um den australischen Coach Darren Smith. "Wahnsinn ihr zweiter Platz. Das ist fast wie eine eigene Medaille", sagte die Münchnerin.

Lange sah es im Rennen nicht danach aus, dass Haug noch beste Deutsche werden könnte. Mit einer starken Laufleistung - sie war genauso schnell wie Norden und Densham - stürmte die 29-Jährige noch bis fast unter die Top Ten. Auf den letzten Metern überholte die Sportwissenschaftlerin die mit Krämpfen kämpfende Saarbrückerin Anja Dittmer in deren letztem Olympia-Rennen.

"Es wäre schön gewesen, unter die ersten Zehn zu kommen. Aber ob Neunte oder Zwölfte ist letztlich für mich auch egal", meinte die 36-jährige Dittmer, die als einzige Triathletin bei allen vier Olympia-Rennen seit 2000 dabei war. Die Freiburgerin Svenja Bazlen hatte ihrer Tempoarbeit auf dem Rad im Laufen Tribut zollen müssen. "Mehr war nicht drin", meinte die 28-jährige Olympia-Debütantin.

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