Schwacher Schlussakt, gute DRV-Bilanz

Auch ohne Happy End gab es zufriedene Gesichter. Obwohl die deutschen Ruderer am letzten Wettkampftag leer ausgingen, hatte Verbandschef Siegfried Kaidel nur wenig Grund zur Klage.

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Auch Linus Lichtschlag (l) und Lars Hartig konnten keine Ruder-Medaille einfahren. Foto: Rainer Jensen

Vier Jahre nach der Havarie von Peking scheinen die einstigen Medaillengaranten auf gutem Weg zurück zu alter Stärke. Zweimal Gold im Achter und Männer-Doppelvierer sowie Silber im Frauen-Doppelvierer trösteten den Verbandspräsidenten über den dürftigen Schlussakt auf dem Dorney Lake hinweg: "Ich bin sehr zufrieden, wir haben die Wende geschafft."

Alle Hoffnungen auf weitere Podestplätze erwiesen sich am Samstag als Wunschdenken. Im Finale musste sich der Vierer ohne Steuermann mit dem letzten Rang begnügen. Begleitet vom frenetischen Applaus der 25 000 Zuschauer sicherten sich die Gastgeber den Olympiasieg in ihrer populärsten Bootsklasse vor Australien. Die Deutschen kamen über zwölf Sekunden später ins Ziel. "Den Speed im Mittelteil konnten wir nicht mitgehen", klagte Crew-Mitglied Toni Seifert aus Leverkusen.

Darüber hinaus kamen auch die beiden leichten Doppelzweier nicht über sechste Plätze hinaus. Hartmut Buschbacher nahm die Athleten aufgrund der vorherrschenden ungünstigen Windverhältnisse auf ihren Bahnen in Schutz. Trotz des insgesamt positiven Trends sieht der DRV-Cheftrainer jedoch noch Handlungsbedarf: "Zielsetzung war, nach Peking mehr Siegleistungen abzurufen. Das ist uns gelungen. Aber wir haben es nicht geschafft, die Qualität aus dem Achter und den Doppelvierern in die Klein- und Mittelboote zu bringen."

Immerhin blieben dem Verband zumindest aus sportlicher Sicht solche negativen Schlagzeilen wie vor vier Jahren erspart. Nach nur einmal Silber und Bronze hatte die Verbandsspitze mächtig in der Kritik gestanden. Die danach eingeleiteten Personalwechsel im Trainer- und Funktionärsbereich machten sich bezahlt. "Unsere Arbeit trägt nun Früchte", befand Kaidel.

In einem Monat will der DRV-Präsident Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit Buschbacher aufnehmen. In diesen Gesprächen werden auch die Problemboote ein großes Thema sein. Vor allem im Riemen-Bereich der Frauen ist die Weltspitze weit enteilt. Darüber hinaus steht ein Wechsel im Einer an. Mit dem letzten Rang im Finale von Eton dürfte die fast 14-jährige Skiff-Ära von Marcel Hacker zu Ende gehen. Buschbacher plant ohne den 35 Jahre alten Routinier: "In den Kleinbooten müssen wir nun junge Leute heranführen."

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