Schumann und Reitz deutsche Hoffnungsträger

Knifflige Aufgaben sind die Spezialität von Schützenkönig Ralf Schumann und Polizeikommissar Christian Reitz. Ihre neuste Herausforderung: Die medaillenlose Halbzeitbilanz des Deutschen Schützenbundes (DSB) aufhübschen.

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Schumann konnte in seinen sieben Olympia-Teilnahmen schon zahlreiche Erfolge feiern. Foto: Georgios Kefalas

Die Routiniers gehen bei den olympischen Schießwettbewerben am Donnerstag als Mitfavoriten in den zweitägigen Wettkampf mit der Schnellfeuerpistole. Schumann, gestählt durch drei Olympiasiege, liegt nach eigener Aussage voll im Plan. Erst am Montag reiste der 50-Jährige nach London, um sich möglichst optimal auf den Wettkampf vorzubereiten.

"Ich will hier meine Technik möglichst perfekt umsetzen, einen guten Wettkampf schießen und gewinnen", sagte der gelernte Kfz-Schlosser und Feinmechaniker, der seit Mitte Oktober 2011 auch über das Hochschuldiplom als Trainer verfügt. Der gläubige Schumann glaubt an sich. Auf seiner Autogrammkarte steht ein Bibelvers. "Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem, was vor mir ist." Bei Erfolgen wird der Dusslinger von den Medien gern als "schuetzenschumi" gefeiert. Schumann gewann Gold in Barcelona, Atlanta und Athen, in Seoul und Peking tröstete er sich mit Silber.

Pistolen-Bundestrainer Peter Kraneis ist sich sicher: "Er kann sich auf dem Punkt konzentrieren. Im Training sah alles sehr gut aus". Im thüringischen Suhl soll Schumann mit Trainingspartner Reitz, dem Olympia-Dritten von Peking, interne Duelle auf Weltklasse-Niveau ausgetragen haben. "Ralf wird in Bestform sein", prophezeite Dirk Eisenberg, Präsident des Thüringer Schützenbundes. Schumann verbrachte die meiste Zeit seiner Vorbereitung in Suhl auf dem Friedberg.

Auch bei seiner siebten Olympia-Teilnahme überließ der viermalige Weltmeister und 13-malige Europameister nichts dem Zufall. Der 1,67 Meter große Ausnahmekönner gilt als Perfektionist nach dem Motto "vom Einfachen zum Komplizierten". Zuerst schulte er die Technik in den langsameren Serien mit fünf Schüssen in acht Sekunden, dann folgten die Sechs-Sekunden-Serien und danach die Serien in nur vier Sekunden.

Durch den neuen Modus im Finale ist alles möglich. "Der Wettkampf ist unberechenbarer geworden", sagte DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann. Das Finale der besten Sechs beginnt für alle Teilnehmer bei Null. "Mindestens 584 oder 585 Ringe muss man schießen, um den Endkampf in London zu erreichen", so Schumann, der sich auf seine Olympia-Mission freut. Auch Reitz ist bestens darauf eingestellt. Bei der Schnellfeuerwoche in Wiesbaden schoss er im Finale 35 Ringe in 40 Schüssen - das bedeutet jedes Mal eine 9,7 oder besser. "Es war aber leider kein ISSF-Wettkampf, daher zählte der Rekord nicht", meinte der Polizeikommissar aus Raunheim, der schon schwierigere Aufgaben lösen musste.

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