Säbelfechter werden Fünfte - Limbach enttäuscht

Als es gnadenlos dem medaillenlosen Ende entgegen ging, wollte Bundestrainer Vilmos Szabo nicht mal mehr hinschauen. 37:43 stand es im olympischen Viertelfinale zwischen Szabos hochgelobten deutschen Säbelfechtern und Südkorea, Nicolas Limbach konnte nichts mehr retten.

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Nicolas Limbach konnte die Niederlage gegen Südkorea nicht verhindern. Foto: Sergei Ilnitsky

Reaktion des Bundestrainers: Der ewig Fröhliche hielt sich die Hand vor die Augen - Szabos Geste der Machtlosigkeit: "Da war es klar. Wir konnten nicht mehr gewinnen." Am Schluss blieb nach Erfolgen über den WM-Zweiten Weißrussland (45:40) und China (45:30) wenigstens Platz fünf.

Sie wollten zwei, sie bekamen nichts. Limbachs Erkenntnis war extrem bitter: "Keine Medaille - die Enttäuschung ist riesig." 38:45 gegen Südkorea, Aus im Viertelfinale, vier Jahre Arbeit investiert und dann in den Docklands von London Schiffbruch erlitten: Limbach war bedient. "Es ist auch Frustration dabei", räumte der 26-Jährige ein. Und zeigte sich als Fecht-Philosoph: "Bevor du gewinnen lernst, musst du erstmal verlieren lernen."

Jetzt will er Abstand gewinnen. Sein Plan: Am 13. August mit der MS Deutschland nach Hause, vorher noch Olympia schauen, "mal die Seele baumeln lassen". Oder doch schnell in die Heimat? Wäre da nicht die Karte für das Handballfinale - Limbach würde London wohl lieber eilends den Rücken kehren, weil man sich "für Rang fünf nichts kaufen kann".

Als Nummer drei der Team-Weltrangliste galten die Dormagener Limbach, Benedikt Wagner, Max Hartung und der Tauberbischofsheimer Björn Hübner gegen die Asiaten eigentlich als klare Favoriten. "Wir waren hochmotiviert", meinte Hübner später.

Doch in den ExCeL-Arenen ging am Freitag von Beginn an alles schief: Hartung, im Einzel toller Siebter, fiel gleich zurück. Limbach sollte es richten. Indes: Es lief irgendwie nicht, nachdem der 26 Jahre alte Topmann der Weltrangliste auch als Solist mit Platz fünf sein Medaillenziel verfehlt hatte. Selbst der Wechsel von Wagner, der seine Einsätze mit 2:5 und 3:5 verlor, auf Hübner beim Stand von 25:30 half nichts mehr.

"Warum? Wir wissen es nicht", meinte der ratlose Hübner. Limbach zeigte Größe, als er die Schuld bei sich und seinen Mitstreitern fand. "Ich mache mir und den anderen den Vorwurf: Das hätten wir besser machen müssen." Ihm tat es leid "für die Trainer und für die Leute, die hierhergekommen sind und uns angefeuert haben".

Seit zwölf Jahren sind Deutschlands Säbel-Experten nun schon ohne olympische Medaillen. Letztmals gab es sie in Sydney, als der Koblenzer Wiradech Kothny und die Mannschaft mit ihm, Dennis Bauer und Alexander Weber jeweils Bronze holten. In London bleibt es für die deutschen Fechter vor den letzten beiden Teamentscheidungen im Damendegen und Herrenflorett bei Silber für Degen-Ass Britta Heidemann.

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