Ovtcharov verpasst Finale - Weltmeister zu stark

Beim ersten Anlauf auf olympisches Edelmetall ist Tischtennis-Profi Dimitrij Ovtcharov an einem Besseren gescheitert. Weltmeister Zhang Jike aus China war im Halbfinale in London eine Nummer zu groß.

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Dimitrij Ovtcharov hat im kleinen Finale noch die Chance auf Bronze. Foto: Marius Becker

Mit einem verdienten 4:1-Sieg schickte der Top-Favorit mit dem Beinamen "Tibetischer Kampfhund" den letzten verbliebenen Europäer in das Bronze-Match am Nachmittag gegen Chuang Chi-Yuan (Taiwan). Der zukünftige Bremer Bundesligaspieler verlor das zweite Halbfinale 1:4 gegen Wang Hao aus China.

"Dima hat gut gespielt, er ist aber nicht über sich hinausgewachsen. Das reicht gegen den Weltmeister nicht", erklärte der bereits im Achtelfinale gescheiterte WM-Dritte Timo Boll. Das deutsche Team und die Fans in der Halle, unter ihnen Innenminister Hans-Peter Friedrich, feuerten zwar mit "Dima, Dima"-Rufen" den kampfstarken Weltranglisten-Zwölften immer wieder an. So richtig wollte der Knoten aber nicht Platzen, seine wenigen guten Chancen konnte der Europa-Top-12-Sieger nicht nutzen.

"Dima hat zwei, drei Fehler gemacht, ich bin aber zufrieden mit ihm", urteilte Bundestrainer Jörg Roßkopf. "Dieses Spiel wird ihn für die Zukunft motivieren." Ovtcharov selbst verschwand direkt nach der Fünf-Satz-Niederlage, die mit 8:11, 3:11, 11:5, 9:11, 8:11 einen Tick zu hoch ausfiel, in einem Hotelzimmer in der Nähe der ExCel-Arena, um sich mental für das kleine Finale vorzubereiten. Der Trainerstab hatte die Unterkunft extra für eine Nacht und einen Tag gebucht.

Die akribische Vorbereitung zahlte sich zunächst nicht aus. Der Vollblut-Profi mit zwei Wohnsitzen in Düsseldorf und Hameln, der sein Geld bei Fakel Orenburg verdient, hatte selbstbewusst eine Medaille als Olympia-Ziel ausgegeben. "Der Finaltag ist reiner Stress, ich kenne diese Situation", sagte Roßkopf. Er hatte als Aktiver 1996 in Atlanta das Spiel um Rang drei und damit die Bronzemedaille gewonnen.

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