Olympia-Rekord: Segelidol Ainslie holt viertes Gold

Ben Ainslie hat Segel-Geschichte geschrieben. Mit seinem vierten Olympia-Gold ist der Brite der erfolgreichste Athlet seines Sports. Der deutsche Spitzensegler Schümann gratuliert. Die Queen wird ihn womöglich in den Adelsstand erheben.

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Ben Ainslie holte seinen vierten Olympiasieg in Serie. Foto: Olivier Hoslet

Den wehenden Union Jack in der Hand, die andere Faust geballt und ein Lächeln im zuletzt so grimmigen Gesicht: Großbritanniens Segelsuperstar Ben Ainslie hat mit seinem vierten Olympiasieg und der 1996 gewonnenen Silbernen einen Rekord aufgestellt und seine einzigartige Olympia-Karriere mit einem goldenen Höhepunkt beendet.

"Es war eine lange Reise. Der Druck war enorm. Es waren die härtesten Wochen meines Lebens", sagte der 35-jährige Finn-Dinghi-Segler nach seinem Triumph in Weymouth. Im Alter von acht Jahren bekam Ainslie zu Weihnachten seinen ersten gebrauchten Optimisten geschenkt. Eine unglaubliche Karriere begann. Mit jeweils einer Medaille bei allen Olympischen Spielen seit 1996 hat "Big Ben" den Rekord des Dänen Paul Elvström gebrochen, den dieser zwischen 1948 und 1960 aufgestellt hatte.

Deutschlands erfolgreichster Olympia-Segler Jochen Schümann, gemeinsam mit dem Russen Valentin Mankin durch Ainslies Triumph auf Platz drei der ewigen Bestenliste zurückgerutscht, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Meinen Glückwunsch an Ben. Er musste mehr kämpfen als erwartet, aber er hat es geschafft und einen neuen Superlativ für den Segelsport geschaffen."

Zehntausend Fans erlebten Ainslies letztes Rennen in der Segelarena zwischen Weymouth und der Halbinsel Portland. Begleitet von frenetischem Jubel war "King Ben" mit zwei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Jonas Hogh-Christensen in das Medaillenfinale gestartet. Zuvor hatte Ainslie noch mit ansehen müssen, wie sein Freund Iain Ainslie und Andrew Simpson die erste schon sicher geglaubte Goldmedaille im Starboot für Großbritannien an die Schweden Freddy Loof und Max Salminen verloren.

Doch weder die Niederlage der Teamkameraden noch der eigene Rückstand konnten den Nervenstarken bei seiner Triumphfahrt aufhalten. Jonas Hogh-Christensen, der vor dem Rennen noch Duellsegel-Nachhilfe von Schümann-Bezwinger Jesper Bank aus Dänemark erhalten hatte, konnte dem durchdacht agierenden Briten Paroli bieten. Der 31-Jährige gratulierte: "Ben Ainslie ist der beste Segler der Moderne."

Ainslie fand sich in den leichten Winden auf seinem Heimatkurs besser zurecht und profitierte von einer Strafe gegen den Holländer Pieter-Jan Postma, der dadurch seine Medaillenchancen einbüßte. Für Jonas Hogh-Christensen blieb Silber, der Franzose Jonathan Lobert erkämpfte sich Bronze.

Im Ziel zündete Ainslie zwei rote Leuchtfackeln und nahm ein Bad in der Menge, die ihn mit einem prächtigen Flaggenmeer ehrte. In England wird erwartet, dass die Königin Ben Ainslie noch in diesem Jahr zum Ritter schlägt. IOC-Präsident Jacques Rogge, selbst einst Olympia-Teilnehmer im Finn Dinghi, hatte den Briten schon vor seinem Finale mit Schwimmer Michael Phelps und Sprinter Usain Bolt verglichen: "Für mich sind seine Leistungen so überzeugend wie die von Phelps oder Bolt."

Für seinen Erfolg hat Ainslie über zwei Jahrzehnte hart gearbeitet, aber auch mit Schmerzen bezahlt: "Jede Woche bricht ein anderer Teil meines Körpers zusammen." Auf dem Höhepunkt seiner Karriere erklärte er nun seinen olympischen Abschied: "Das ist der beste Moment zu gehen. Es wäre eine Riesenüberraschung, wenn man mich bei den Olympischen Spielen in Rio aufkreuzen sähe." Dem Segeln aber bleibt er als neuer zweiter Steuermann für das Oracle Team USA im America's Cup treu, der 2013 vor San Francisco ausgetragen wird.

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