Judokas hoch zufrieden - Frese: "Mehr als erwartet"

Der Bittgang war erfolgreich. "Ich bin vor dem Start der Wettkämpfe in die St. Margaret's Church gegangen und habe eine Kerze aufgestellt. Die Judo-Götter müssen ja auch besänftigt werden", erzählte Präsident Peter Frese nach dem starken Olympia-Auftritt der deutschen Mattenkämpfer.

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Ole Bischof gewann Silber in London. Foto: Peter Kneffel

"Zwei Medaillen hatten wir erhofft, es sind vier geworden. Das ist mehr als erwartet", betonte Frese strahlend. Dabei hatte es am Anfang gar nicht gut ausgesehen. Ein deutscher Starter nach dem anderen flog an den ersten drei Tagen gleich in der ersten Runde aus dem Wettbewerb. Allein Romy Tarangul konnte einen Kampf gewinnen - durch Kampfrichter-Entscheid. Keine einzige technische Wertung konnten die fünf DJB-Athleten an den ersten drei Tagen erzielen. "Aber wir haben die Nerven behalten, keinem bei uns sind die Mundwinkel runtergefallen", sagte Frese.

Und dann war wieder einmal auf Ole Bischof Verlass. Zwar konnte der Olympiasieger im Finale nicht die Revanche des Südkoreaners Kim Jae-Bum verhindern, den er in Peking noch besiegen konnte. Doch mit Silber konnte der 32-Jährige noch einmal seine Ausnahmestellung unter Beweis stellen. Plötzlich war der Bann gebrochen: Überraschungsfrau Kerstin Thiele holte am Tag danach ebenfalls Silber, Dimitri Peters und Schwergewichtler Andreas Tölzer legten mit Bronze nach.

Plötzlich war die deutsche Judo-Welt wieder mehr als in Ordnung. "Das gibt für die nächsten Jahre einen Schub", sagte Frese. Zwar stehen Bischof und Tölzer mit ihren 32 Jahren früher oder später vor dem Abschied, Thiele und Peters bleiben dem Verband aber wohl bis 2016 auf jeden Fall erhalten. "Wir haben eine wunderbare junge Truppe", sagte Frese.

Schon wachsen neue Begehrlichkeiten. "Wenn man das hier erlebt hat, will man mehr", sagte Peters, der endlich die schon so oft in ihn gesetzten hohen Erwartungen erfüllen konnte. Schon bei den Europa- und Weltmeisterschaften im kommenden Jahr will der Judoka nun möglichst alles. "Da soll's dann eine Goldmedaille sein, es hat ja schon diesmal nicht viel gefehlt."

Wie eng es inzwischen auch im Judo-Sport zugeht, mussten in London ausgerechnet die Japaner erfahren. Nur ein einziges Gold konnten sie holen und lagen hinter Russland (3), Frankreich und Südkorea (je 2) - 2008 waren es noch vier, 2004 gar acht. Es war das schwächste Abschneiden des Judo-Mutterlandes seit Aufnahme des Kampfsports ins Olympia-Programm 1964.

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