Hausding/Klein nur Siebte vom Turm - China-Duo siegt

Auch das sonst so nervenstarke Wassersprung-Duo Patrick Hausding und Sascha Klein hat die deutschen Hoffnungen auf die ersehnte erste Olympia-Medaille nicht erfüllt. Die WM-Zweiten sprangen im Synchronwettbewerb vom Turm als Siebte deutlich an Edelmetall vorbei.

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Sascha Klein (r) und Patrick Hausding verpatzten vom Turm einen Rückwärtssalto. Foto: Michael Kappeler

Die Siegerehrung konnten die Wasserspringer Patrick Hausding und Sascha Klein nur am TV in den Gängen der Schwimm-Arena mitverfolgen. Als die chinesischen Sprungkünstler Cao Yuan/Zhang Yanguan für den nächsten Sieg der olympischen Großmacht China in London geehrt wurden, erklärten die deutschen Medaillenhoffnungen mit gefassten Mienen ihr folgenschweres Missgeschick beim dreieinhalbfachen Rückwärtssalto. "Der kleinste Fehler kann die Höchststrafe bedeuten, das war heute der Fall", sagte der mehrmalige Europameister Hausding. Und Synchronsprung-Partner Klein war "traurig" über die vierte Runde, als sie beim Sprung vom Turm aus zehn Metern Höhe der entscheidende Punktverlust ereilt hatte.

"Wir wollten für Deutschland die erste Medaille holen. Der Wunsch danach war bei beiden sehr groß, die Möglichkeit ebenfalls", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow und hatte bei den Olympia-Zweiten von Peking eine "gewisse Lockerheit" vermisst. Statt Kritik gab es aber nette Worte von Buschkow. "Sie waren immer unsere Leistungsgaranten, so muss man das an der Stelle auch von einem so erfolgreichen Paar hinnehmen und sie an der Stelle wieder aufbauen. Wir haben noch ein paar Wettkämpfe hier bei den Olympischen Spielen."

Das Ziel von drei Medaillen der Wasserspringer in London ist aber nun praktisch dahin. An diesem Dienstag haben Christin Steuer und Nora Subschinski in der selben Disziplin wie Hausding und Klein die nächste Chance für das deutsche Team.

Hausding/Klein kamen am Montag nach sechs Sprüngen auf 446,07 Punkte. Der Olympiasieg ging mit 486,78 Zählern an das junge chinesische Duo Cao Yuan und Zhang Yanguan. Die 17- und 18-Jährigen sorgten für den dritten chinesischen Synchron-Olympiasieg vom Turm in Serie. Zweite wurden die Mexikaner German Sanchez und Ivan Garcia. Mit den höchsten Schwierigkeitsgraden der Konkurrenz sammelten sie 468,90 Zähler und lagen vor den Amerikanern Nicholas McCrory und David Boudia (463,47).

Großbritanniens Lokalmatadoren Thomas Daley und Peter Waterfield mussten sich vor den Augen von Premierminister David Cameron mit Platz vier zufriedengeben. Auch wenn die beiden ein ums andere Mal überaus gute Noten erhielten. "Die Briten haben durch den Heimvorteil etwas mehr Punkte bekommen, das ist aber normal", sagte Hausding. Er und Klein müssen sich nun damit trösten, immerhin die Silbermedaille von 2008 zu Hause liegen zu haben. "Die wird auch nicht weggehen", sagte der Berliner mit zusammengekniffenen Lippen.

Von der Traumnote 10, wie sie die Punktrichter für China Nachwuchs zückten, waren Hausding/Klein weit entfernt. "Ich glaube, sie waren beim Dreieinhalbfachen rückwärts beim Ansatz ein bisschen nervös", schilderte Buschkow. Mit Wertungen zwischen 7 und 7,5 fielen sie vom Bronze-Platz nach vier Durchgängen auf Rang sechs zurück.

Das deutsche Duo hatte schwer ins Olympia-Jahr gefunden und plagte sich mit diversen Verletzungen. Hausdings strapazierte Knie- und auch Schultergelenke bedurften der Schonung, auch Klein hatte Blessuren. Eine erste Schrecksekunde in London musste Hausding zudem kurz nach seinem Einzug ins olympische Dorf überstehen, als er eine Stufe falsch einschätzte und mit dem Fuß umknickte. Der lädierte Knöchel behinderte beim Training, aber Hausding biss auf die Zähne. Weder die Athleten noch der Coach, führten aber die körperlichen Problemchen als Grund für das verpasste Medaillenziel an.

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