Gold! - Baar: "Bester Achter, den es je gab"

Der Mythos lebt. Nach 24-jähriger olympischer Durststrecke ist der Deutschland-Achter wieder ein nationales Erfolgssymbol. Doch nach dem Parforceritt über den Dorney Lake zum Gold fehlte den Modellathleten zunächst die Kraft zum Jubeln.

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  • Der Achter hat mit seinem Steuermann einen überlegenen Sieg herausgerudert. Foto: Peter Kneffel 1/8
    Der Achter hat mit seinem Steuermann einen überlegenen Sieg herausgerudert. Foto: Peter Kneffel
  • Kristof Wilke jubelt fast genau so schön wir Top-Sprinter Usain Bolt. Foto: Peter Kneffel 2/8
    Kristof Wilke jubelt fast genau so schön wir Top-Sprinter Usain Bolt. Foto: Peter Kneffel
  • Schon am Start geht das deutsche Boot (M) mit voller Power an die Titelfahrt ran. Foto: Rainer Jensen 3/8
    Schon am Start geht das deutsche Boot (M) mit voller Power an die Titelfahrt ran. Foto: Rainer Jensen
  • Im Bereich der Tribünen kontrolliert der deutsche Achter das Feld. Foto: Rainer Jensen 4/8
    Im Bereich der Tribünen kontrolliert der deutsche Achter das Feld. Foto: Rainer Jensen
  • Der Achter hat es ganz nach oben auf das Podest geschafft. Foto: Rainer Jensen 5/8
    Der Achter hat es ganz nach oben auf das Podest geschafft. Foto: Rainer Jensen
  • Mit Goldmedaillen behangen startet die Mannschaft die private Siegerfeier. Foto: Peter Kneffel 6/8
    Mit Goldmedaillen behangen startet die Mannschaft die private Siegerfeier. Foto: Peter Kneffel
  • Martin Sauer wird von der Crew baden geschickt. Foto: Rainer Jensen 7/8
    Martin Sauer wird von der Crew baden geschickt. Foto: Rainer Jensen
  • Filip Adamski, Andreas Kuffner und Eric Johannesen (v.l.) feiern nach dem Einlauf den Olympiasieg. Foto: Nic Bothma 8/8
    Filip Adamski, Andreas Kuffner und Eric Johannesen (v.l.) feiern nach dem Einlauf den Olympiasieg. Foto: Nic Bothma
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Bis auf Schlagmann Kristof Wilke, der noch im Boot die Siegerpose von Sprinter Usain Bolt nachahmte, verharrten fast alle Olympiasieger lange auf den Rollsitzen und schnappten nach Luft.

Beim Blick auf die ausgepowerten Kraftpakete geriet Schlagmann-Legende Roland Baar ins Schwärmen: "Das ist der beste Achter, den es jemals gab. Den Jungs ist noch gar nicht bewusst, dass sie Unglaubliches geleistet haben."

Wie schon bei den vorigen drei Weltmeisterschaften erwies sich die Crew von Trainer Ralf Holtmeyer erneut als übermächtig. Trotz der lautstarken Unterstützung von 25 000 Zuschauern für das britische Boot bewahrten Wilke und Co. die Nerven, obwohl die Gastgeber lange Zeit dagegenhielten und noch 500 Meter vor dem Ziel gleichauf lagen.

Der WM-Zweite musste dem hohen Tempo im Finish jedoch Tribut zollen und Platz zwei noch an Kanada abtreten. Mit leuchtenden Augen beschrieb Crew-Mitglied Lukas Müller die Triumphfahrt: "Das geilste Rennen überhaupt. Aber bei 1500 Metern habe ich noch gedacht, scheiße, die Engländer machen das heute."

Das erste Achter-Gold seit 1988 und der 36. Sieg in Serie löste die Anspannung der vergangenen Tage. Spätestens als DOSB-Präsident Thomas Bach unter lautem Jubel die Medaillen überreichte, war die Anstrengung der vergangenen Minuten vergessen. Das Lob seiner Mitstreiter für die auf die schnelle geänderte Rennstrategie gab Steuermann Martin Sauer an die Crew zurück: "Das war ganz stark - nicht nur mit den Beinen und Armen, sondern auch im Kopf."

Anders als in Peking, als das einst ruhmreiche Großboot als Letzter ein Bild des Jammers abgegeben hatte, überwog diesmal der Stolz. Besondere Genugtuung empfanden Wilke und Florian Mennigen (Ratzeburg). Beide waren schon beim letzten Rang vor vier Jahren dabei gewesen und hatten sich damals geschworen, diese Pleite vergessen zu machen. "Mir ist eine schwere Last von den Schultern gefallen", bekannte Mennigen.

Nicht minder groß war die Freude bei Holtmeyer. 24 Jahre nach dem Triumph von Seoul führte der von der Verbandsspitze zwischenzeitlich in den Frauen-Bereich versetzte Trainer wieder einen Achter zu einem Olympiasieg. Doch auch der Erfolgscoach musste lange zittern: "Den Engländern können ja Flügel wachsen, wenn sie hier in den Bereich ihrer Tribüne reinfahren. Aber 400 Meter vor dem Ziel war ich mir sicher, dass es mit Gold klappt."

Der insgesamt vierte Triumph des Achters nach 1960, 1968 und 1988 sorgte auch bei der Verbandsspitze für große Erleichterung. Hämische Kommentare, wie nach der historischen Pleite von Peking ohne Gold, bleiben ihr diesmal erspart. Neben DRV-Chef Siegfried Kaidel atmete auch DOSB-Chef Bach auf: "Das war eine grandiose Leistung, die weltweit Anerkennung findet."

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