Engleder und Pfeilschifter patzen am Schießstand

Olympische Spiele und Sonja Pfeilschifter passen irgendwie nicht zusammen. Die 41 Jahre alte Schützin, die mit zahlreichen EM- und WM-Titeln schon so viel in ihrer Karriere gewonnen hat, bleibt auch nach ihrer fünften Olympia-Teilnahme ohne Medaille.

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Barbara Engleder wurde im Finale mit dem Sportgewehr Sechste. Foto: Marius Becker

Diese verpasste bei ihrer dritten Teilnahme auch Weltmeisterin Barbara Engleder. Im Dreistellungskampf mit dem Sportgewehr wurde die 29-Jährige aus Triftern am Samstag mit 680,8 Ringen Sechste. Zu Bronze fehlten ihr nach dem Finale 2,2 Ringe. "Ich hatte Probleme beim Knieend-Anschlag und habe nichts unversucht gelassen, das hinzukriegen. Es ist eigentlich untypisch für mich, wenn ich mitten im Wettkampf aufstehen muss. Diesmal war es gleich zweimal, da merkt man schon, wie verzweifelt ich war", berichtete Engleder. Gold holte sich die Amerikanerin Jamie Lynn Gray mit dem olympischen Rekord von 691,9 Ringen.

Unglücklich war in der Qualifikation das Ausscheiden von Sonja Pfeilschifter. Die WM-Zweite lag bis zur letzten Disziplin klar auf Medaillenkurs, kam dann aber unter Zeitdruck und schoss in der letzten Serie im Knieend-Anschlag zweimal eine Acht und dazu noch vier Neunen. Am Ende landete sie auf Rang 19. "Ich wollte liegend und stehend auf jeden Fall hundert Prozent geben, denn ich hatte mir vorgenommen, dass ich jeden Schuss wirklich sauber mache. Zum Schluss wurde die Zeit dann richtig knapp und ich musste etwas riskieren. Der Schuss ging eben nach hinten los", sagte sie leicht lachend.

Auf die Frage, ob das erneute Scheitern bei Olympia wirklich zum Lachen sei, entgegnete sie: "In mir drin schaut es sicherlich anders aus, nicht so gut. Es hat ja öfters schon so ausgeschaut".

Die 1,56 Meter große Schützin bricht in Tränen aus und hakt ihren Olympia-Traum fast ab. Wird es noch einen Anlauf geben? "Ich weiß es nicht genau, aber wahrscheinlich nicht. Ich schmeiße jetzt nicht alles hin, die nächsten zwei Jahre werde ich noch weitermachen." Über ihre Nichtberücksichtigung für das Luftgewehr ist sie immer noch sauer: "Sie meinten, sie nehmen mir den Druck, doch dieser war jetzt nicht minder."

Sportdirektor Heiner Gabelmann vom Deutschen Schützenbund (DSB), der auch nach dem achten Wettkampftag ohne Medaille bleibt, sprach von einem Fehler: "Taktisch hat sie sich vergaloppiert. Das war etwas ungeschickt. Klar schießt sie immer langsam, doch man muss doch die Zeit im Blick haben."

Pfeilschifter kritisierte im Gegenzug den Verband - auch wegen ihrer Nichtteilnahme als Europameisterin im Luftgewehr. "Die lassen es dich irgendwo spüren, man merkt es an der ganzen Atmosphäre, dass irgendwas in der Luft liegt. Es muss sich einiges ändern beim Deutschen Schützenbund. Wenn ich jetzt meine Meinung sage, wird sich auch nichts ändern. Ich hoffe aber, dass jetzt mal einige Leute aufwachen. Dass sich was ändern muss, das sieht man ja."

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