Dressur-Mannschaft vor dem Ende der Gold-Serie

Die scheinbar unendliche Gold-Serie droht zu reißen. Die deutsche Dressur-Mannschaft liegt zur Halbzeit des olympischen Teamwettbewerbs zwar auf Platz zwei, hat allerdings einen schwer aufzuholenden Rückstand auf Großbritannien.

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Kristina Sprehe legte mit Desperados einen starken Auftritt hin. Foto: Jim Hollander

Die deutsche Equipe mit drei Neulingen liegt nach dem Grand Prix mit einem Durchschnittswert von 78,845 Prozentpunkten hinter den Gastgebern (79,407) und klar vor den Niederlanden (76,809). "Meine drei Mädels sind geritten, wie es besser nicht geht", kommentierte Bundestrainer Jonny Hilberath. "Für Olympia-Frischlinge ist das außergewöhnlich." Sie waren tatsächlich stark, aber wahrscheinlich nicht gut genug für den Sieg. Zuletzt hatte ein deutsches Olympia-Team 1972 kein Gold gewonnen.

Die Verantwortlichen waren dennoch zufrieden. "Toll, toll, toll", lobte Verbandspräsident Breido Graf zu Rantzau. Er sah noch "ein bisschen Luft nach oben". Die Briten sind aber wohl nur einzuholen, wenn sie im Grand Prix Special am Dienstag grobe Fehler machen.

Das Niveau der deutschen Neulinge ist dennoch beachtlich. Kristina Sprehe aus Dinklage zeigte mit Desperados zum Auftakt am Freitag eine starke Leistung und erhielt 79,119 Prozentpunkte. Anschließend erhielt Helen Langehanenberg aus Havixbeck mit Damon Hill (81,140) die beste Note des deutschen Teams. Am Vortag hatte Dorothee Schneider aus Framersheim mit Diva Royal (76,277) vorgelegt.

In der Einzelwertung führt die überragende Britin Charlotte Dujardin mit Valegro (83,663) vor der Niederländerin Adeline Cornelissen mit Parzival (81,687). Auf den Plätzen drei und vier folgen Langehanenberg und Sprehe.

Die deutschen Damen ritten mutig und offensiv. "Bei Olympia kann man nicht mit Halbgas reiten", sagte der zufriedene Coach. Begeistert war auch Sprehe nach ihrem ersten olympischen Ritt: "Das ist ein richtig gutes Gefühl." Mit ihrem Hengst zeigte sie eine fast makellose Vorstellung vor 23 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena im Greenwich Park. Desperados erschreckte nur einmal kurz, als er auf eine Plastikbegrenzung trat, absolvierte danach aber problemlos die Schlussbahn.

"Er ist ein Pferd, das einem in der Prüfung Sicherheit gibt", erklärte die 25-Jährige aus dem niedersächsischen Dinklage. Daher sei sie auch nicht übermäßig nervös gewesen: "Das kann man ganz gelassen reiten." Sprehe leistete aber auch ihren Anteil. "Das ist ein Hengst, der seine Arbeit braucht."

Mehr als nur zufrieden war auch Hilberath. "Es ist wirklich erstaunlich, wie dieses Mädchen gleich beim ersten Mal bei Olympia so reitet", schwärmte der Coach. Was genauso für Langehahnenberg galt, die als letzte Reiterin starten musste. "Ich habe mich nicht unter Druck gesetzt", sagte die 30-Jährige: "Das bringt ja nichts."

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