China holt Degen-Gold - Deutsche Damen Fünfte

Der Viertelfinal-Knockout saß tief bei Deutschlands Degendamen. Monika Sozanska lief heulend durch die Londoner ExCeL-Arena. Imke Duplitzer, sonst nie um ein klares Wort verlegen, ließ sich nicht zu einem Kommentar überreden.

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Das Damenteam um Imke Duplitzer (l) erkämpfte sich den fünften Platz. Foto: Friso Gentsch

Frust machte sich breit, weil Britta Heidemann, die das Ganze als "unheimlich schade" einordnete, am vorletzten Fecht-Tag der Spiele gegen den späteren Olympiasieger China das 42:45 nicht mehr verhindern konnte. Die erhoffte Medaille war weg, das 200. Gold in der Fecht-Historie Olympias ging mit dem 39:25 gegen Südkorea an die Chinesinnen Li Na, Sun Yujie und Xu Anqi. Für Südkoreas Shin A-Lam war Silber fünf Tage nach dem verlorenen Halbfinaldrama gegen Britta Heidemann eine späte Genugtuung. Shin hatte mit ihrem "Sitzstreik" olympische Berühmtheit erlangt.

Peking-Gewinnerin Heidemann konnte es nicht trösten, dass sie und ihre Mitfechterinnen nach zwei 45:36-Siegen gegen die Ukraine und Weltmeister Rumänien noch Fünfte wurden. "Es ist umso ärgerlicher, weil man gesehen hat, dass wir alle gut drauf waren", meinte Heidemann. Eben nur nicht im entscheidenden Augenblick...

Das lange vom Erfolg verwöhnte Team ist schon seit Silber bei der WM 2010 medaillenlos. Danach gab es Platz sieben bei der EM 2011, Platz vier bei der WM 2011 und Position sechs bei der EM im Juni in Legnano (Italien). Im Herrenflorett hat die deutsche Equipe an diesem Sonntag die letzte Chance auf die zweite Medaille bei den XXX. Sommerspielen. Andernfalls droht die schlechteste Bilanz seit 1996 mit nur einmal Bronze in Atlanta.

Fünf Tage nach Heidemann-Silber präsentierten sich die Leverkusenerin, die Bonnerin Duplitzer, als Solistin 29., und die Heidenheimerin Sozanska (10.) gegen China zu unausgeglichen. Heidemann blieb ungeschlagen, Duplitzer entschied eines ihrer drei Teilgefechte für sich. Sozanska, als Nummer fünf des Welt-Rankings Bestplatzierte des deutschen Trios, war am Samstag mit drei Niederlagen die Schwachstelle.

"Wenn an einigen Stellen die Punkte fehlen, gewinnt man nicht", klagte Heidemann. Sie musste als Schlussfechterin beim 34:40 auf die Planche und versuchte alles. Aber es war zu spät. Silber wie 2004 in Athen, schon damals mit ihr und Duplitzer, war nicht mehr möglich.

Ersatzfrau Ricarda Multerer (Heidenheim) sprach später von einer "verschenkten Medaille". Heidemann ließ das so stehen und setzte noch einen drauf, als sie mit Nachdruck sagte: "Das muss uns auch ärgern." Weil sie nahe dran waren am Halbfinale, weil sie China nicht haushoch unterlegen waren. Deswegen schmerzte das Resultat. Multerer brachte es auf den Punkt: "Einfach ärgerlich."

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