Brodmeier überrascht als Fünfter - Schumann-Abschied

Youngster Daniel Brodmeier hat Schützenkönig Ralf Schumann die Show gestohlen.

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Für Daniel Brodmeier war der fünfte Platz das beste Resultat seiner bisherigen Karriere. Foto: Lindsey Parnaby

Der erste 24 Jahre alte Gewehrschütze aus Niederlauternbach zeigte auf dem Schießstand der königlichen Artillerie-Kasernen in London eine tadellose Leistung und errang als Olympia-Fünfter den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere. Im Schnellfeuer-Wettbewerb verpasste der dreimalige Olympiasieger Schumann dagegen als 16. von 18 Teilnehmern deutlich das Finale. Sein Teamkollege Christian Reitz rettete sich nach dem Stechen als Sechster noch in den Endkampf.

Schumann erklärte daraufhin seine Olympia-Karriere als Sportler spontan für beendet. "Das war es. Ich hoffe, als Trainer geht es weiter. Als Sportler werde ich aber keine vier Jahre mehr machen, ob ich noch etwas dranhänge, weiß ich noch nicht. Das lasse ich noch offen", sagte der 50 Jahre alte Schumann. In der Qualifikation hatte ihn ein Waffenproblem gebremst. Er musste das Sportgerät wechseln und wurde daher weit unter Wert geschlagen. "Es waren am Ende zu viele kleine Fehler", bilanzierte er.

Die faustdicke Überraschung lieferte dagegen Brodmeier. Schon im Stechen der neun Starter behielt der Bayer die Nerven und zog mit 52,3 Ringen in 45 Sekunden als Bester ins Finale der besten Acht ein. Jubelnd riss er die Arme nach oben. Immerhin hatte er die mitfavorisierten Michael McPhail (USA), Peter Sidi (Ungarn), Nemanja Mirosavljev (Serbien)und den Russen Artem Chadjibekow bezwungen.

Der Sieg ging am Ende an Sergej Martinow. Der Weißrusse hatte im Vorkampf den Weltrekord von 600 Ringen egalisiert und schoss mit 705,5 Ringen auch olympischen Final- und Weltrekord. Zweiter wurde der Belgier Lionel Cox (701,2) vor dem Slowenen Rajmond Debevec (701,0), der ununterbrochen seit Los Angeles 1984 an allen Sommerspielen teilgenommen hat. Maik Eckhardt aus Dortmund wurde in der Qualifikation 37.

Brodmeier hatte noch in der Vorwoche mit 40 Grad Fieber und Schüttelfrost im Bett gelegen. Nach dem Wettkampf war er völlig erschöft; mental und vor allem vor Freude. "Das ist ein geiles Ergebnis. Es war ein extrem schwerer Wettkampf für mich. Ich bin durch die Hölle gegangen", sagte Brodmeier. Er kam auf 698,2 Ringe.

Bisher hatte Brodmeier nur im Junioren-Bereich als WM-Zweiter 2006 in Zagreb mit dem Sportgewehr auf sich aufmerksam gemacht. "Das ist eine absolut positive Überraschung", meinte Gewehr-Bundestrainer Claus Dieter Roth sichtlich beeindruckt.

Mitgefiebert hatte auch Trainingspartnerin Barbara Engleder. "Das ist ein echter Triumph für uns. Mein Mann, der daheim wohl Jubelrunden dreht, und ich sind dicke mit Daniel befreundet. Wir sind so happy, dass er das geschafft hat", sagte die Sportgewehr-Weltmeisterin - und umarmte Brodmeier innig.

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