Boll gewinnt wieder: "Emotionen gegen China zeigen"

Wer nicht an den Sieg glaubt, hat schon verloren. Timo Boll, alles andere als ein Sprücheklopfer, hält es vor der Neuauflage des Tischtennis-Klassikers Deutschland gegen China mit dieser Sportlerweisheit.

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Bastian Steger (r) und Timo Boll harmonieren im Doppel gut miteinander. Foto: Marius Becker

"Man muss daran glauben. Wir müssen von Beginn an da sein und Emotionen zeigen", forderte der WM-Dritte vor dem Duell der Giganten im olympischen Halbfinale von London am Montag. "Die Chinesen sind favorisiert. Ihnen soll das passieren, was mir im Einzel passiert ist", fügte der Düsseldorfer hinzu.

Sein Formanstieg beim 3:0-Sieg gegen Österreich machte am Sonntag den Kollegen Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger sowie Bundestrainer Jörg Roßkopf Mut für die Mammut-Aufgabe gegen die scheinbar unbezwingbaren Chinesen. Vor vier Jahren verlor die DTTB-Auswahl das Olympia-Endspiel in Peking mit 0:3, diesmal messen der WM-Zweite und der Weltmeister ihre Kräfte bereits im Halbfinale. Ein Sieg wäre eine Sensation. Zumindest ein besseres Ergebnis als das 0:3 im WM-Finale im Mai in Dortmund scheint möglich zu sein.

"Wir glauben auch gegen China an unsere Chance", versicherte der Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov. "Ich fühlte mich nach dem Ruhetag frischer." Gegen die Österreicher kehrte auch Sorgenkind Boll nach zwei Einzel-Pleiten in die Spur zurück. "Ich fühle mich etwas erleichtert. Ich wusste, dass es so nicht weitergehen konnte", sagte der Linkshänder nach seinem Drei-Satz-Sieg gegen den früheren Weltmeister Werner Schlager. "Wenn man gegen Schlager zehn Punkte in Reihe macht, stärkt das das Selbstvertrauen", sagte Roßkopf.

Den Schlusspunkt setzte das gut harmonierende Doppel Boll/Steger. Ihr Sieg ließ den Wunsch des Chinesen Wang Hao in Erfüllung gehen. "Ich hoffe auf Deutschland als Gegner. Die haben ein gutes Niveau in ihrem Team, das könnte ein gutes Match werden", hatte der dreifache Olympia-Zweite zuvor erklärt. Auch die Chinesen freuen sich auf die Neuauflage des Duells. 3:0-Siege ohne Satzverlust wie am Sonntag gegen Singapur machen ihnen auf Dauer auch keinen Spaß.

Der Einzug in das Halbfinale eröffnet der DTTB-Mannschaft zwei Medaillenchancen. Bei einer Niederlage gegen China winkt im Spiel um Platz drei zumindest Bronze. Für die deutschen Damen ist Edelmetall nach dem 0:3 im Viertelfinale gegen Japan nicht mehr möglich. Der fünfte Platz bedeutet zwar eine Verbesserung gegenüber Rang 13 in Peking, dennoch flossen bei den Spielerinnen von Bundestrainerin Jie Schöpp Tränen.

"Schon wieder ein Aus im Viertelfinale. Woran liegt das? Ich weiß es nicht. Es ist so bitter", klagte Irene Ivancan. Die EM-Zweite und Jiaduo Wu ließen einige gute Chancen gegen die an Nummer zwei gesetzten Japanerinnen ungenutzt. "Wir hatten uns alle mehr erhofft", sagte Kristin Silbereisen. "Wir haben unsere Pflicht getan, jeder hat gekämpft", bilanzierte Bundestrainerin Jie Schöpp. "2016 wollen wir auch bei Olympia mitmachen. Das ist mein Ziel."

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