Zehnkämpfer Abele: Achillessehne gerissen

Schwerer Rückschlag für den Vorzeige-Zehnkämpfer des SSV Ulm 1846: Arthur Abele erleidet einen Achillessehnenriss.

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„Es ist mental schon schwer, wenn man lange verletzt ist. Aber die meisten geben schon nach einem Jahr auf. Das ist eigentlich völlig falsch“ – diese Worte gab Arthur Abele Anfang April allen mit, die in einer verletzungsbedingten Krise stecken. Gestern hat es den Zehnkämpfer des SSV 46 aus heiterem Himmel selbst erwischt. Beim Hochsprung-Training am Vormittag war bei seinem Absprung mit dem rechten Bein im linken dieses klassische Knallen zu hören. Die Untersuchung ergab: Die Sehnenbänder im Fuß sind komplett gerissen. „Eine Katastrophe“, sagt sein Arzt Christoph Buck, „die Enttäuschung darüber ist natürlich riesengroß, aber trotzdem versucht Arthur wieder nach vorne zu schauen.“

Der 28-jährige Abele blickt auf eine umfangreiche Verletzungshistorie zurück, kennt diese gnadenlosen Rückschläge, weiß nur zu genau, was das nun für ihn bedeutet, hat daraus gelernt. Schon die Olympischen Spiele 2008 in Peking musste er wegen einer Verletzung abbrechen. Bis zu seinem Comeback mit dem fünften Platz bei den Europameisterschaften 2013 in Zürich lagen hinter ihm fünf lange Jahre, in denen er beharrlich daran arbeitete, wieder den Anschluss zu finden – und es am Ende auch geschafft hat.

Im August wäre er eigentlich nach Peking zurückgekehrt. Die WM in China wäre zu einem weiteren Schaulaufen seiner derzeitigen Topform geworden. Was er in diesem Sommer nun alles verpasst, daran darf der Zehnkämpfer gar nicht denken. Die Saison ist für ihn gelaufen. Der Siebenkampf-Silbermedaillengewinner von Prag ist dazu verdammt, ein halbes Jahr auszusetzen. Trotzdem will Abele mit seinem Ulmer Zehnkampf-Team das große Ziel, die Olympischen Spiele in Rio 2016, nicht aus den Augen verlieren. „Rio ist jetzt zwar weiterweggerückt, aber es wird sich zeigen, wie schnell er wieder auf die Beine kommt“, meint Buck, „wir versuchen natürlich alle Möglichkeiten auszunutzen, um den Prozess zu beschleunigen.“

Am Ulmer Stützpunkt kann der Ausnahmesportler in dieser schweren Zeit auf eine optimale Betreuung zählen. Nach der Operation an seinem linken Fuß, die laut Buck schnellstmöglich durchgeführt wird, gehen erst einmal acht Wochen ohne jegliche Belastung ins Land. Dann schaut man, was der Muskulatur bereits zugetraut werden kann. Nach drei Monaten ist normalerweise erst die Zeit gekommen, wenn wieder an intensiveres Training gedacht werden kann. „Step by Step. Kneift die Arschbacken zusammen“, lautete Abele Tipp für seine Kollegen. An diese Devise muss er sich nun selbst klammern, um abermals durchzuhalten.

Der gebürtige Hüttlinger war in der Form seines Lebens. In der Halle von Prag wuchs er über sich hinaus, legte die 60 Meter Hürden in sagenhaften 7,67 Sekunden zurück und hätte mit 6279 Punkten fast den deutschen Hallenrekord von Frank Busemann geknackt. Für diesen Triumph wurde Abele von den Usern von leichtathletik.de noch vor dem Kugelstoßer David Storl zum „Ass des Monats“ gewählt. In der Szene steht der blonde Sympathieträger dafür, dass man sich für seinen Kampf belohnen kann. Dass die ganze Schufterei und die harte Arbeit nicht umsonst ist.

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