WM-Gold im Zwei-Teiler

Die vierte Goldene für Maria Höfl-Riesch bei einem Großereignis: Gestern setzte sich die Allrounderin bei der Ski-WM in Schladming die Krone in der Kombination auf. Die Favoritin Tina Maze holte Silber.

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  • Grandios in Fahrt: Maria Höfl-Riesch, hier bei der Kombinations-Abfahrt, behielt im anschließenden Slalom die Nerven und setzte sich eindrucksvoll die Krone auf. Der Lohn war das vierte Gold bei Großereignissen. Foto: afp 1/2
    Grandios in Fahrt: Maria Höfl-Riesch, hier bei der Kombinations-Abfahrt, behielt im anschließenden Slalom die Nerven und setzte sich eindrucksvoll die Krone auf. Der Lohn war das vierte Gold bei Großereignissen. Foto: afp
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Die Vorzeichen waren alles andere als günstig vor der Super-Kombination der Frauen bei der Ski-WM im steirischen Schladming. Ein verkorkster Super G, die verletzungsbedingte vorzeitige Abreise der Stechert-Geschwister Gina und Tobias - die Stimmung im Deutschen Skiverband (DSV) drohte zu kippen. Doch gestern packte Maria Höfl-Riesch ihre Chance beim Schopf und gewann in einem spannenden Zwei-Teiler WM-Gold. Nach der Kombi-Abfahrt noch auf dem geteilten vierten Rang mit der Schweizerin Lara Gut, bezwang die Doppel-Olympiasiegerin nach einer kontrolliert offensiven Slalomfahrt auch Seriensiegerin Tina Maze (Slowenien) und Niki Hosp aus dem unweit von Füssen grenznahen Bichlbach. Die Österreicherin wurde wie Höfl-Riesch lautstark bejubelt, schließlich holte Hosp mit Bronze die erste Medaille von den insgeheim erhofften elf WM-Plaketten für den Gastgeber.

Schon bei der ersten Ehrung, der sogenannten "Flower-Ceremony" überkamen die 28-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen die Gefühle. Mit glasigen Augen stand sie in der Mitte des Podiums, sang die deutsche Nationalhymne mit und musste mehrfach tief durchatmen. "Dieser Sieg hat den höchsten Stellenwert, den man sich überhaupt vorstellen kann", erklärte die überglückliche "Gold-Marie". "Das Ziel und die Hoffnung", so die in Kitzbühel lebende Allrounderin, "war bei dieser WM eine Medaille - egal welche Farbe." Dass es gleich im zweiten WM-Rennen zu Gold reichte, sei einfach "nur der Wahnsinn". Auf Nachfrage rückte Maria Höfl-Riesch mit der vor dem Championat verheimlichten Wahrheit heraus. "Die letzten Wochen waren überhaupt nicht einfach für mich, das Selbstvertrauen hat gefehlt." Weil sie in diesem Winter nur zweimal auf dem Podest gestanden war, hatte sie eben nicht die Sicherheit, die eigentlich nötig ist, um ganz Großes zu leisten. "Selbst beim Slalom hatte ich nicht das beste Gefühl", gab die blonde Bajuwarin zu, "da bin ich etwas zu konservativ gefahren. Auf einmal war ich Weltmeisterin, das ist der Hammer."

Wie so oft in ihrer Karriere, schaffte Höfl-Riesch wieder einmal nach einem heftigen Tiefschlag wie dem Super-G-Ko. eine triumphale Rückkehr. Erinnert sei in diesem Zusammenhang lediglich an die WM 2009 im französischen Val d"Isère, als sie im fünften und letzten Rennen nach zahlreichen Ohrfeigen Slalom-Weltmeisterin geworden war. "Die Maria musst du immer auf der Rechnung haben", hatte Alpin-Direktor Wolfgang Maier über seine Vorzeigeläuferin gesagt.

Wie keine andere nutzte sie vor allem im Schlussteil des Slaloms ihre grandiose Technik aus und stahl allen die Show. Dabei ging etwas unter, dass der zweiten deutsche Starterin, Veronique Hronek, mit Rang zwölf ein gutes Resultat gelang. Nach dem Coup am Schladminger Hausberg Planai ging für Höfl-Riesch der Sieger-Interview-Marathon los, der abends in der Stadtmitte, auf der Medals Plaza, bei der Medaillenvergabe einen lautstark umjubelten Zwischenstopp fand, ehe es mit TV-Studio-Besuchen und im DSV-WM-Treff in Haus/Ennstal mit den Feierlichkeiten weiter ging.

Drei Medaillen hatte sich Alpindirektor Maier vor der WM gewünscht, die erste ist eingefahren. "Ich wusste, wenn es in der Kombi mit einer Medaille nicht klappt, dann würde es in der zweiten WM-Woche schwer werden", gab sie zu. Nach dieser souveränen Vorstellung bei idealen Bedingungen kann Höfl-Riesch auch morgen (11 Uhr) bei der Spezialabfahrt das Podium erneut in Angriff nehmen. Der große Druck des Gewinnenmüssens ist weg, alles, was nun kommt, ist Zugabe. Die zuletzt stark in der Kritik stehende 28-Jährige hat es allen gezeigt, auch denjenigen, die prognostiziert hatten, Maria würde bei dieser WM keine Medaille gewinnen, weil sie derzeit im Kopf nicht stark genug sei. Nach dem Super-G-Reinfall hat sie einmal mehr ihre Qualitäten bewiesen. Eine grandiose Leistung.

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