Wir sind soweit

Mit der besten Aufstellung seit 15 Jahren will das deutsche Fed-Cup-Team am Samstag und Sonntag in Stuttgart Titelträger Tschechien besiegen. Für Teamchefin Barbara Rittner ein erster Schritt Richtung Titel.

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Barbara Rittner hatte bei der Nominierung die Qual der Wahl. Foto: Imago

Frau Rittner, die deutschen Tennis-Damen zeigen zurzeit starke Leistungen. Hat das die Nominierung für Sie leichter oder schwerer gemacht?

BARBARA RITTNER: Ich habe im Moment die Qual der Wahl. Nach dem Ausfall von Andrea Petkovic wurde es scheinbar leichter, aber da Mona Barthel im Moment sehr gut spielt, war es letztlich doch eine schwierige Entscheidung.

Was hat den Ausschlag für das nominierte Quartett gegeben?

RITTNER: Sabine Lisicki (Weltranglistennummer 14, Anm. d. Red.), Julia Görges (Nr. 21) und Angelique Kerber (Nr. 27) waren relativ schnell für mich gesetzt, weil sie einfach in den letzten Monaten stabil gespielt haben. Wenn Sabine Lisicki fit ist, steht sie als Nummer eins fest. Wer das zweite Einzel spielt, werde ich nach den Trainingseindrücken kurzfristig entscheiden. Mona Barthel (Nr. 43) hätte eine Nominierung sicherlich verdient gehabt, aber ich brauche jemanden, der mir Optionen im möglicherweise entscheidenden Doppel bietet - das ist Anna-Lena Grönefeld .

Mona Barthel ist aber für die Zukunft eine Option?

RITTNER: Ja klar, auf jeden Fall. Sie hat ein Turnier gewonnen und wird jetzt knapp unter die ersten 40 der Weltrangliste kommen. Die Art und Weise wie Mona die letzten Wochen und Monate gespielt hat, war wirklich eindrucksvoll. Ich hatte ein sehr gutes, längeres Gespräch mit ihr, in dem ich ihr meine Entscheidung erklärt habe. Aber sie ist auf jeden Fall eine, die ganz klar zum Team mit dazugehört.

Wie sehr schmerzt Sie der Ausfall von Andrea Petkovic?

RITTNER: Natürlich sehr. Ich verliere meine Nummer eins. Wir können das spielerisch hoffentlich durch viel Qualität und Ausgeglichenheit in der Mannschaft kompensieren, aber Andrea ist gerade im Fed Cup eine, die total fokussiert ist. Sie ist so etwas wie die Mannschaftssprecherin und mittlerweile eine erfahrene Nummer eins im Fed Cup. Sie fehlt uns, wird aber als moralische Unterstützung in der Halle sein.

Tschechien ist Titelverteidiger. Wäre ihnen zum Auftakt ein leichterer Gegner lieber gewesen?

RITTNER: Ich hätte mir schon was Leichteres gewünscht. Wobei, wenn man alle Nominierungen in der Weltgruppe ansieht, spielen viele Nationen in Top-Aufstellungen - das hängt mit den Olympischen Spielen zusammen. Die Spielerinnen müssen ihrem Land im Fed Cup zur Verfügung gestanden haben, um in London starten zu können. Trotzdem glaube ich, dass wir das schwerste Los erwischt haben. Es wird schwierig, aber das werden die Tschechinnen ähnlich sehen. Jetzt gilt es, sich so gut wie möglich vorzubereiten und dann muss man sehen was geht. Nichtsdestotrotz ist Tschechien leichter Favorit.

Andrea Petkovic hat davon gesprochen, dass es mal wieder Zeit für einen Fed-Cup-Sieg wäre. Ist das deutsche Team schon so weit?

RITTNER: Ich glaube schon, dass wir soweit sind. Trotzdem ist das jetzt erstmal ein riesen Meilenstein. Die Tschechinnen sind Titelverteidiger, Petra Kvitova war im vergangenen Jahr die überragende Spielerin. Aber wir haben eine Chance, und wenn wir diese Runde überstehen, sind wir einen großen Schritt weiter. Ich glaube, man muss nur die Aufstellung und die Ranglistenplätze meiner Spielerinnen anschauen, dann kann man sehen, dass wir zum Favoritenkreis dazugehören.

Man hat den Eindruck, dass Ihre Damen sehr gerne zum Fed Cup kommen und dass das keine Zusatzbelastung ist, sondern ihnen einfach Spaß macht.

RITTNER: Ja, wir sind als Team zusammen gewachsen, jede kennt jeden und das seit Jahren. Die Mädels sind teilweise gut und eng miteinander befreundet und haben über das Tennis hinaus Kontakt zueinander. Das ist schon eine Einheit und deshalb freuen wir uns auch, in dieser Konstellation zusammenzukommen.

Welcher Ihrer Spielerinnen trauen Sie am ehesten einen Grand-Slam-Titel zu?

RITTNER: Am nächsten dran sind Andrea Petkovic und Sabine Lisicki - im Moment natürlich Sabine, weil man bei Petko abwarten muss, wie lange sie ausfällt. Sie haben das Zeug dazu, aber man muss jetzt erst einmal schauen, wie sie die mentale Belastung aushalten. Anders als in der Vergangenheit fahren sie jetzt nicht mehr zu den Grand-Slam-Turnieren, um dabei zu sein und zwei bis drei Runden zu überstehen, sondern um ein Wörtchen um den Titel mitzureden.

Warum haben Sie Stuttgart, wo auf einem Hartplatz gespielt wird, erneut als Austragungsort gewählt?

RITTNER: Uns verbinden mit Stuttgart viele positive Erlebnisse. Für mich ist die Porsche Arena eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Halle, die ich kenne. Die Atmosphäre ist toll, das Stuttgarter Publikum hat uns immer sehr lautstark angefeuert. Und ich weiß, dass die Spielerinnen sich hier sehr wohl fühlen. Das ist ein Faktor, den man nicht unterschätzen darf, wenn es darum geht, seine besten Leistungen abzurufen.

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