Wie ein überforderter Lehrling: Federers Ära geht zu Ende

Von 16 deutschen Tennis-Profis hat bei den US Open keiner das Viertelfinale erreicht. Auch das Duell zwischen Rafael Nadal und Roger Federer ist geplatzt.

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Raus ohne Applaus: Roger Federer gewann gegen Tommy Robredo keinen Satz und schon gar kein Selbstvertrauen. Foto: afp

New York - Der gescheiterte Philipp Kohlschreiber war wenigstens in prominenter Gesellschaft. "Das ist natürlich überraschend", sagte der Augsburger nach seiner Achtelfinal-Niederlage gegen Rafael Nadal über den wieder einmal früh ausgeschiedenen Roger Federer. Der schwächelnde Schweizer nährte mit seiner klaren Niederlage gegen den Spanier Tommy Robredo aus Spanien die Zweifel, ob er jemals zu alter Form zurückfinden wird.

"Es ist frustrierend" sagte der 17-malige Grand-Slam-Champion nach dem 6:7 (3:7), 3:6, 4:6 gegen den Weltranglisten-22. Seine Bilanz in diesem Jahr liest sich ernüchternd - ein Turniersieg in Halle, Absturz auf Platz sieben der Welt. Sein Abschneiden bei den Grand-Slam-Turnieren: Halbfinale Australian Open, Viertelfinale French Open, Zweitrunden-Aus in Wimbledon und jetzt das Achtelfinal-Scheitern in New York. Hier wirkte der einst so dominierende Maestro wie ein überforderter Lehrling. Sein Selbstvertrauen ist verflogen.

Nichts wurde es mit einem Viertelfinal-Duell gegen seinen Dauerrivalen Nadal. Denn während die Formkurve des fünfmaligen US-Open-Siegers steil nach unten zeigt, setzte der 27 Jahre alte Spanier auch gegen Kohlschreiber als letzten Deutschen seinen Lauf fort. Nadals Bilanz 2013: 57:3 Siege, auf Hartplatz seit 19 Spielen ungeschlagen.

Gegen den Augsburger verlor er beim 6:7 (4:7), 6:4, 6:3, 6:1 erstmals im Turnier einen Satz. Der Davis-Cup-Spieler zeigte wie gegen John Isner eine bemerkenswerte Leistung und begeisterte die Zuschauer im größten Tennisstadion der Welt mit dem unerschrockenen Auftritt.

"Ich wollte mich tapfer und gut verkaufen, aber wir reden von einem, der am Ende des Jahres vermutlich die Nummer eins ist", sagte Kohlschreiber über Nadal, der jetzt auf Robredo trifft. Trotz der Niederlage darf der Bayer als einer der wenigen aus dem deutschen Aufgebot zufrieden sein. Kohlschreiber strebt die Rückkehr unter die Top 20 an.

Derweil stehen in New York erstmals in der Geschichte des Turniers vier Spanier im Viertelfinale. Der Kanadier Milos Raonic schaffte den Sprung nicht, obwohl er beim 7:6 (7:4), 6:7 (4:7), 6:2, 6:7 (9:11), 5:7 gegen den Franzosen Richard Gaquet 39 Asse schlug.

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