Unter Flutlicht zur EM

Spektakulärer Flutlicht-Mehrkampf im Donaustadion: Im Mai können sich deutsche Athleten in Ulm für die Europameisterschaft in Helsinki qualifizieren, im besten Fall sogar für die Olympischen Spiele in London.

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Die nächsten deutschen Meisterschaften im Donaustadion sind 2013. Schon diese Saison wird es allerdings ein weiteres Leichtathletik-Ereignis in Ulm geben. Wolfgang Beck und sein Team vom SSV 46 haben jetzt von Claus Marek (Kamp-Lintfort), dem Chef-Bundestrainer Mehrkampf beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), den Zuschlag für einen Flutlicht-Mehrkampf am 24./25. Mai erhalten.

Die erste Garde im deutschen Mehrkampf ist genau dann auf der Anreise zum Traditionsmeeting in Götzis/Vorarlberg - zur ersten von zwei Olympia-Qualifikationen. Für einen PR-Auftritt werden Jennifer Oeser und Co. zu einem kurzen Stopp in Ulm erwartet. Im Donaustadion erhalten jeweils 18 weitere Sportlerinnen und Sportler, die nicht für Götzis nominiert sind, die Chance, sich für die Europameisterschaft in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli), je nach Punktzahl eventuell gar für die Olympischen Spiele in London (27. Juli bis 12. August) zu qualifizieren. Besonders spektakulär: ein Abendwettkampf unter Flutlicht ist geplant. Damit die Zuschauer dicht am Geschehen sind, werden Zusatztribünen entlang der Zielgeraden, an der Weitsprunggrube, beim Hochsprung, Kugelstoßen und am Stabhochsprung-Anlauf vor der Gegentribüne aufgestellt. "Nah dran zu sein, soll bei den Fans für ein besonderes Feeling sorgen", sagt Organisator Beck. Nah dran am EM-Ticket sind einige der teilnehmenden Athleten: "Gemäß den Ergebnissen von Ulm und Götzis werden das Frauen- und das Männer-Team für Helsinki vorgeschlagen", sagt Marek.

Die Norm bei den Männern liegt bei 7900 Punkten. Die international bekanntesten Namen könnten die Olympia-Teilnehmer André Niklaus (LG Berlin) und der Ex-Ulmer Arthur Abele (VfL Sindelfingen) sein. Nach drei Jahren Verletzungsmisere hat Becks einstiger Musterschüler Abele am Wochenende bei der Hallen-DM im Mehrkampf in Dortmund ein Comeback gewagt. Er musste nach drei von sieben Disziplinen mit leichter Stauchung im Sprunggelenk aussteigen. Trotz der neuerlichen Blessur: Wolfgang Beck ist überzeugt, dass der 25-Jährige es nach Helsinki schaffen kann. "Arthur macht auf mich einen sehr guten Eindruck. Er war inzwischen auch ein paar Mal in Ulm - zum Training und zum Lehrgang." Abeles Bestleistung von 8372 Punkten aus dem Jahr 2008 würde sogar locker für die Olympia-Qualifikation reichen. London lockt.

Helsinki ist das große Ziel für den Top-Zehnkämpfer des SSV 46: Die persönliche Bestmarke Mathias Bruggers liegt mit 7853 Zählern knapp unter der EM-Norm. Der 19 Jahre alte Vize-Europameister der U 20 zählt also zum Kreis derer, die in der Lage sind, sich ein Ticket zu sichern. "Wenn er fit ist, kann er es schaffen", sagt auch sein Trainer Wolfgang Beck. Brugger ist nach einer kurzen Wettkampfpause wegen Schambeinentzündung jetzt wieder ins Training eingestiegen. Ob er allerdings bereits bei den württembergischen Mehrkampfmeisterschaften am 11./12. Februar in der Ulmer Messehalle wieder antritt, ist offen.

Stefanie Saumweber, Dritte der Hallen-DM in Dortmund, ist bereits aktuell in beachtlicher Form. Auch sie will Ende Mai erneut ihr Können demonstrieren, müsste ihre bisherige Bestleistung von 5462 Punkten aber deutlich übertreffen, um die EM-Norm von 5960 zu knacken.

Im Olympia-Jahr 2012 wird die Ulmer Mehrkampf-Tradition jedenfalls eindrucksvoll fortgesetzt: An einem Sommertag 1982 im Donaustadion entriss Jürgen Hingsen dem Briten Daley Thompson den Weltrekord. Neue Bestmarke damals: 8714 Punkte. 1995 feierte der einstige Junioren-Weltmeister Michael Kohnle hier seinen "schönsten Erfolg" als deutscher Meister im Einzel und mit dem Ulmer Team - schon damals unter Beckscher Regie.

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