Um jeden Punkt gekämpft: Kerberg siegt gegen Scharapowa

Eine Deutsche hat es geschafft! Angelique Kerber hat die Tennis-Königin Stuttgarts mit einer Energieleistung vom Thron gestoßen. Mit 2:6, 7:5, 6:1 schlug sie Maria Scharapowa in Runde zwei des Porsche Grand Prix.

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Großes Kämpferherz: Angelique Kerber gab für den Sieg gegen Maria Scharapowa alles.  Foto: 

Es war das erwartet enge und anspruchsvolle Match, das sich die Zuschauer in der ausverkauften Porsche Arena und an den Bildschirmen gewünscht hatten. Und es war der erste Auftritt der dreifachen Turniersiegerin Maria Scharapowa beim Porsche Grand Prix, dem hochklassig besetzten Damenturnier in Stuttgart. Am Ende wurde es auch sensationell der letzte für die millionenschwere Tennis-Diva.

Eine Deutsche, Angelique Kerber, konnte ihr mit der nötigen Intensität entgegnen und Scharapowa mit 2:6, 7:5, 6:1 jäh auf dem Weg zum vierten Erfolg stoppen. "Ich habe nicht nachgedacht, ich bin um jeden Punkt gerannt, habe alles gegeben und bin jetzt so froh, in der nächsten Runde zu stehen", erklärte die 27-Jährige noch voller Adrenalin im Blut, nachdem sie ein Riesenlob an das Publikum ausgesprochen hatte. "Ein unglaubliches Gefühl hier", sagte Kerber überglücklich nach ihrem Heim-Coup vor großer Kulisse.

Den Auftakt dieses klasse Matches dominierte die Russin. Vor allem der Aufschlag der Weltranglistenzweiten machte der Fed-Cup-Spielerin zunächst Probleme. Im zweiten Satz fand Kerber immer besser ins Spiel und investierte deutlich mehr als ihre Gegnerin, die sich nun auch schwer tat, ihr Aufschlagspiel durchzubringen. Mit einem Break startete "Angie" zu Begeisterung der Zuschauer in den dritten Durchgang. Nach zwei Stunden lieferten sich die beiden einen zähen Schlagabtausch: einen Vorteil von Kerber glich Scharapowa vier Mal aus, ehe Kerber das Spiel zum 2:1 gewann. Ab da war das Eis gebrochen. Kerber hatte sich heiß gespielt und gewann alle vier übrigen Spiele zum K.o. der Königin.

Nach dem desaströsen Ausscheiden von Sabine Lisicki und dem frühen Scheitern von Julia Görges, der Gewinnerin von 2011, ruhten alle Hoffnungen auf Deutschlands Nummer zwei. Kerber wusste: "Ich muss vom ersten Punkt an kämpfen. Die Partien, die wir gespielt haben, waren immer relativ eng", sagte Kerber. Vier der sechs bisherigen Aufeinandertreffen mit Kerber konnte Scharapowa für sich entscheiden. Die Russin mit eigenem Süßigkeiten-Label ist die Spielerin mit den meisten WTA-Siegen (34 Turniersiege) und meisten Grand-Slam-Siegen, nämlich fünf.

Hinsichtlich der jetzigen Topform Kerbers hätte der Start ins Jahr 2015 besser sein können. Sie selbst bewertete ihre Leistungen in Brisbane und Sydney im Januar als gut, als sie das Viertelfinale respektive das Halbfinale erreicht hatte. Eine Enttäuschung war allerdings das Erstrunden-Aus bei den Australian Open, worauf eine "schwierige Zeit" folgte, wie die Bremerin selbst sagt. Diese habe die Weltranglisten-14. dann mit dem Titel von Charleston Mitte März bravourös hinter sich gelassen. Auf dem Weg ins Finale des Sandplatzturniers bezwang sie erst Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic, um dann die Nummer 20 der Welt, die Amerikanerin Madison Keys, mit 6:2, 4:6, 7:5 niederzuringen. Spätestens dann wusste Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner, was sie an "Angie" hatte. Anastasia Pavlyuchenkova (Rang 38) fegte sie beim Fed-Cup-Halbfinale mit 6:1, 6:0 weg.

Mit fünf Spielerinnen war Deutschland beim Porsche Grand Prix die zahlenstärkste Nation im Hauptfeld. Übrig davon ist im Viertelfinale nur noch Kerber, die im Viertelfinale auf die an sechs gesetzte Russin Ekaterina Makarowa trifft. Die 20-jährige Carina Witthöft schied gestern gegen die Französin Caroline Garcia mit 6:7, 2:6 aus.

Drei weitere Jahre mit Teamchefin Barbara Rittner

Talente gefördert Am Rande des Porsche Tennis Grand Prix hat der Deutsche Tennis Bund (DTB) erklärt, dass der Vertrag mit Bundestrainerin Barbara Rittner um drei Jahre verlängert wird. "Barbara Rittner hat in den vergangenen zehn Jahren ausgezeichnete Arbeit geleistet", so Vizepräsident Dirk Hordorff in Stuttgart. "Für uns ist dies ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Barbara Rittner hat es immer wieder glänzend verstanden, junge Spielerinnen aufzubauen, zu fördern und auf die WTA Tour vorzubereiten." Auch DTB-Präsident Ulrich Klaus steht zu dieser Entscheidung: "Die Vertragsverlängerung mit Barbara Rittner ist die logische Konsequenz, um den eingeschlagenen Weg fortzuführen." Die 41-Jährige ist seit 2005 als Fed-Cup-Teamchefin sowie als Bundestrainerin für den Damen-Nachwuchs tätig. In der Vorsaison führte sie die Auswahl ins Fed-Cup-Finale. Gegen Tschechien scheiterten Kerber und Co. mit 1:3.

 

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