WM-Zehnkämpfer Seite an Seite so stark wie lange nicht

Silber für Rico Freimuth, Bronze für Kai Kazmirek: Bei der WM war nur der Franzose Kevin Mayer nicht zu schlagen.

|

Als es geschafft war nach diesen zwei harten Tagen, da wollte Rico Freimuth nur noch feiern. Und war sich sicher: „Die Party kann bald losgehen. Ich habe im Wettkampf so viel getrunken, dass die Dopingprobe schnell gehen müsste.“ Nicht nur der Hallenser stand nach dem Zehnkampf-Doppelschlag im Mittelpunkt: Freimuth gewann mit 8564 Punkten Silber, Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) mit Saisonbestleistung von 8488 Bronze. Mathias Brugger (SSV Ulm 1846) dagegen hatte am ersten Tag mit Kniebeschwerden aufgeben müssen.  Souverän erstmals Weltmeister: Kevin Mayer (8768). Der Franzose ist damit Nachfolger von Weltrekordler und Olympiasieger Ashton Eaton (USA), der seine Karriere beendet hat. Seine Führung nach dem ersten Tag (da noch vor Kazmirek und Freimuth) hatte Mayer beständig ausgebaut.

Gleich zu Beginn des zweiten Tages hatte  Freimuth, 29, den vier Jahre jüngeren Kazmirek mit 13,68 Sekunden im Hürdensprint von Platz zwei verdrängt. Auch im Diskusring war er stärker.  Obwohl Kazmirek im Stabhochsprung mit 5,10 Metern noch einmal etwas aufholte, behielt Freimuth die Nerven. Für ihn ist es nach Bronze 2015 in Peking die zweite WM-Medaille.  Zum letzten Mal waren vor 30 Jahren zwei deutsche Zehnkämpfer bei einer WM auf dem Podest gestanden, 1987 in Rom holte Torsten Voss Gold für die DDR – vor dem Siggi Wentz, dem damaligen Star aus dem Remstal.

Medaille mit Widmung

„Silber war für mich der nächste Schritt in meiner Karriere. Diese Medaille bedeutet mir alles“, sagte Freimuth strahlend. Das „Seuchenjahr 2016“ mit Verletzungssorgen ist abgehakt, aber nicht vergessen: „Ohne die Erfahrung hätte ich es hier nicht geschafft. Dadurch bin ich im Kopf so stark geworden.“ Zehnkampf setzt zwar gewaltiges Talent und hohes technisches Niveau voraus, ist aber vor allem eine Willensfrage. Umso besser, wenn man dabei gute Freunde hat. Freimuth widmete Silber seinem Zehnkampf-Kollegen und Kumpel Michael Schrader: „Er hat mit mir trainiert und war immer für mich da. Deshalb ist die Medaille auch für ihn.“

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Briefwahl liegt im Trend

Bei der Bundestagswahl läuft der sommerliche Wahlkampf weitgehend über die nun überall angebrachten Plakate. Vor allem in Ulm gehen viele nicht direkt zur Urne. weiter lesen