Voss im Genuss-Modus

Während die Deutschen im Sprint keine Rolle spielten, genoss Bergspezialist Paul Voss einen ganz besonderen Moment beim Tour-Auftakt.

|

Erwartet war das große Sprintduell von Marcel Kittel gegen André Greipel. Den beiden Muskelpaketen stahl aber der Brite Mark Cavendish die Show. Einen deutschen Erfolg am Strand von Utah Beach, einem der Landungspunkte der Alliierten im Jahre 1945, gab es aber doch. Paul Voss durfte als erster Bergkönig der diesjährigen Tour de France das Podium erklimmen und das gepunktete Trikot des besten Bergfahrers überstreifen.

„Das war schon ein ganz besonderer Moment für mich. Aber viel Zeit hatte ich gar nicht, das alles zum Genießen und den Blick über die Dünen schweifen zu lassen. Ich habe mich mehr darauf konzentriert, bei der Zeremonie nichts falsch zu machen. Vom Giro kannte ich das zwar schon, aber bei der Tour war eine solche Siegerehrung neu für mich“, sagte der 30 Jahre alte Bora-Profi nach der Zielankunft schmunzelnd.

Voss ging bei der Etappe ganz auf Nummer sicher. „Wir wollten das Trikot. Weil wir zu zweit vorne waren, hatten wir auch einen schönen Vorteil und konnten mit der Konkurrenz spielen“, sagte er. Teamkollege Jan Barta hatte sich ebenfalls abgesetzt. „Wegzukommen vom Feld war gar nicht so schwer. Es klappte ja gleich die erste Attacke. Man hat gesehen, dass die Sprinterteams vorne in aller Breite fuhren und die Straße dichtmachten. Schwerer war es schon, dann um die Bergpunkte selbst zu kämpfen“, erklärte Voss. Auch da ging er auf Nummer sicher. „Nochmal alleine vor dem Berg loszufahren, war im Hinblick auf einen Ausreißversuch vielleicht nicht die allerschlaueste Sache. Aber ich wollte mir das Trikot sichern.“

Das klappte nun. Der deutsche Rennstall Bora Argon 18 konnte sich über sein erstes Wertungstrikot bei der Tour de France freuen – ein weiterer Meilenstein auf dem Weg nach oben. Für das nächste Jahr plant der Zweitdivisionär sich um eine Pro Tour-Lizenz zu bewerben.

Das Bergtrikot verteidigen will Voss jedoch nicht mit aller Macht. „Die erste Tourwoche kostet immer viel Kraft. Ich will mir noch etwas aufheben für ein gutes Etappenergebnis später“, meinte er. Vor allem aber war er froh, dass es endlich losging mit dem Rennen. „Drei Tage immer nur Essen und Schlafen im Hotel können auch ganz schön lange werden. Zum Glück sind wir mit einer echten Etappe und nicht mit einem Prolog gestartet. Ein Prolog ist auch so ein Tag, wo du nur rumhängst und so gut wie nichts machst“, meinte Voss. Das Rumhängen ist nun endgültig vorbei und Voss hat mit einer markanten Aktion die Arbeitsphase begonnen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Das Donauufer soll schöner und sicherer werden

Das Donauufer soll schöner und sicherer, der Fluss erlebbarer  werden. Die Stadträte drücken aufs Tempo und setzen sich gegen die Verwaltung durch. weiter lesen