Viktoria Rebensburg: „Ich habe extrem viel trainiert“

Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg verbesserte die Sprung-Technik. In Norwegen stand sie einen 60-Meter-Satz. Die 28-Jährige ist vor dem Start in den Olympia-Winter optimistisch.

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Defizite bei Sprüngen wollte Vicky Rebensburg ausmerzen, hier kein optimaler Satz. Enormer Trainingsfleiß war angesagt.  Foto: 

Das Hundertstel-Sekunden-Glück war im vergangenen Winter nicht auf der Seite der Viktoria Rebensburg. Mehrfach hatte die Riesenslalom-Olympiasiegerin von Vancouver 2010 das Podium knapp verpasst. Schlimm erging es ihr im Februar bei der Ski-WM in St. Moritz: 17 Hundertstel Sekunden fehlten im Super G zu Bronze, in der Abfahrt hatte Vicky Startnummern-Pech, im Riesenslalom schied sie nach einem Fahrfehler bereits nach 20 Sekunden aus. Die so lebenslustige Bayerin vom Tegernsee vergoss Tränen – zumal es auch im Weltcup nicht nach Wunsch lief.

Betont lässig war sie in den Winter gegangen: Viktoria Rebensburg stieg so spät wie nie zuvor ins Schnee-Training ein, suchte Herausforderungen abseits der Piste wie einen Abenteuerflug mit dem Kunstflieger Matthias Dolderer („das Krasseste, was ich jemals gemacht habe“). Pech war halt, dass sie sich drei Wochen vor dem Weltcup-Start beim Riesenslalom-Training auf dem Pitztaler Gletscher einen Schienbeinkopfbruch am rechten Knie zugezogen hatte und daher den Auftakt in den Winter in Sölden absagen musste.

„Sie musste viel einstecken“

Die 28-Jährige hat aus den  zahlreichen Rückschlägen gelernt. „Die Vicky“, sagt Sportdirektor Wolfgang Maier, „musste für Vieles herhalten und prinzipiell das einstecken, was das ganze Damen-Team nicht hingebracht hat.“ Wenn die Vorzeige-Athletin ausfällt und hinter ihr eine Riesenlücke klafft, dann ist das Gesamtbild kein Schönes.

In gut zwei Wochen steht der Weltcup-Auftakt mit einem Riesenslalom traditionsgemäß auf dem Rettenbachferner über Sölden an. Vicky ist hochmotiviert und hat sich akribischer denn je auf den Winter vorbereitet. „Aus der letzten Saison musste sie erkennen, dass sie mehr tun muss, dass sie zulegen muss“, so Maier.

Rebensburg nahm es sich zu Herzen und arbeitete mit Vehemenz, Schwächen auszumerzen. Unter anderem hatte sie festgestellt, dass sie bei Sprüngen zuviel Zeit verliert. Drei Wochen trainierte sie diese speziell in Norwegen. In Kvitfjell zauberte sie gar einen 60-Meter-Sprung hin – „das war mein Höhepunkt in der Vorbereitung“, meint die Vize-Weltmeisterin von 2015 rückblickend. Über ihren neuen Cheftrainer, Jürgen Graller, urteilt sie: „Wir profitieren enorm, er hat eine ganz klare Linie. Jede weiß, wo sie dran ist. Er ist schon sehr lange dabei, hat viel gesehen und durchgemacht.“ Graller könne beides: Lustig sein, aber auch knallhart.

Fleißig im Training

Wunderdinge dürfe man freilich nicht erwarten, „denn zaubern kann der Jürgen jetzt auch nicht – zumindest ist mir das noch nicht bekannt, dass er’s könnte.“ Aber sie blickt optimistisch in Richtung Südkorea: „Ich sehe mich nicht alleine bei Olympia, definitiv könnte es eine Handvoll von unseren Talenten schaffen.“ Allerdings will sich die zierliche Bajuwarin  mit diesem Thema im Zeichen der fünf Ringe nicht intensiver beschäftigen: „Bis Olympia sind es noch gut vier Monate, das ist für mich noch sehr weit weg.“

Viktoria Rebensburg ist deutlich offener geworden und hat ihre Schüchternheit früherer Jahre abgelegt. Mit fester Stimme sagt sie, dass es endlich losgehen könne: „Ich habe extrem viel trainiert.“ Sie folgte ganz dem Motto: „Erfolgreiche Skifahrer werden im Sommer gemacht!“ Den häufig zumindest fragwürdigen Vorwurf des vergangenen Winters, sie sei die ganze Sache etwas zu leger angegangen, den will sich Vicky nicht noch einmal anhören müssen.

Nur eine einzige Athletin im Deutschen Ski-Verband (DSV) hat vor dem Start in die Weltcup-Saison den A-Kader-Status: Viktoria Rebensburg. Die 28-Jährige ist als einzige Deutsche in drei Disziplinen (Abfahrt, Super G, Riesenslalom) in den Top 30 der Weltrangliste verzeichnet. Zwölf DSV-Damen bilden den B-Kader. Neben einigen aufgerückten Talenten sind darunter auch bekannte Athletinnen, die aus verschiedenen Gründen nicht überzeugt hatten wie Tina Geiger (Oberstdorf/27 Jahre) oder Lena Dürr (Germering/26). Jüngstes Talent hier ist Elisabeth Willibald (Jachenau/21). tom 

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