Vielseitigkeitsreiter Michael Jung in Stuttgart am Start

Der Olympiasieger und Weltmeister Michael Jung fordert bei den Stuttgart German Masters erneut die Springreiter heraus und zählt beim Indoor-Derby zu den Favoriten.

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Vielseitig: Regelmäßig versucht Michael Jung, hier auf Sportsmann S, die Springreiter-Konkurrenz in Stuttgart zu ärgern.  Foto: 

Mit Blick vom 7. Stock der BW-Bank auf das Kunstmuseum, den Schlossplatz und die Villa Reitzenstein gelang es den Machern der 33. Auflage der Stuttgart German Masters unter tatkräftiger Mithilfe des dreimaligen Olympiasiegers Michael Jung, Weltcup-Fieber zu entfachen. Und Gold-Jung pustete noch kräftig in die Glut: „Das ist immer wieder ein Gänsehaut-Feeling, wenn ich in die Hanns-Martin-Schleyer-Halle einreite“, gibt Jung seine ganz persönlichen Empfindungen wieder, „da kommt immer wieder das Kribbeln im Bauch hoch, wie auf keinem anderen Turnier.“

Bei den German Masters ist für Jung volle Konzentration angesagt. Der 35-Jährige aus Horb-Altheim will gleich am ersten Turniertag ein Zeichen setzen. Beim Indoor-Derby am späten Mittwochabend wird bei geändertem Reglement über feste Hindernisse gesprungen,  zusammen mit der zehn Jahre jungen Hannoveraner-Stute Corazon. Außer ihm sind noch einige schnelle Reiter dabei, darunter Vorjahressieger Ruy Fonseca (Brasilien) sowie Isabel English (Australien) und der Brite Sam Ecroyd, die beide bei ihm trainieren. Für Jung selbst kommen Starts im Hallen-Championat und bei den großen internationalen Springen hinzu.

Entschärfte Hindernisse

Nachdem das Indoor-Derby in den vergangenen Jahren nicht reibungslos mit sogar krankenhausreifen Stürzen verlief, wurde die gesamte Prüfung in drei Phasen aufgeteilt, wobei nach den ersten beiden Teilstücken bei Hindernis- oder Zeitfehlern die Prüfung vorzeitig beendet ist. Erst in der dritten Phase kämpfen die Besten um den Sieg. Zudem sollen abwerfbare Hindernisteile zu mehr Sicherheit beitragen.

Den internationalen Springprüfungen mit der Weltcup-Qualifikation am Sonntag als Höhepunkt sieht Co-Turnierleiter Andreas Krieg gelassen entgegen. Immerhin wird die Hälfte der Top 20 der Welt am Start sein – da­runter Europameister Peder Fredricson aus Schweden auf seinem Paradepferd All In. Daniel Deusser, Vorjahressieger im German Masters, muss weiterhin punkten, um seinen derzeit neunten Rang nach vier Weltcup-Qualifikationen mit dem Sieg zum Auftakt in Oslo zu behaupten. Immerhin steht ihm nach längerer Pause wieder sein Schimmel Cornet D’Amour zur Verfügung. Das gilt auch für Felix Haßmann, der als zweitbester Deutscher Rang 21 einnimmt.

Einziger Weltcup-Teilnehmer aus Baden-Württemberg wird Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen) auf Berlinda sein, während Jung, der Villinger Niklas Krieg und Marcel Marschall aus Heiligkreuztal in den anderen internationalen Springprüfungen am Start sind. „Der Spitzensport steht im Mittelpunkt, aber wir geben auch dem Nachwuchs eine Chance“, sagt Krieg mit Blick auf die Starterlisten. Erstmals steht die „FEI Ponies Jumping Trophy“  mit den besten Ponyreitern aus sieben Nationen auf dem Programm, darunter die Deutsche Meisterin Lea-Sophia Gut aus Sulmingen.

Andreas Kroll, Geschäftsführer des Stuttgarter Veranstalters, konnte bestätigen, dass die Verantwortlichen alles im Griff haben. Auch wenn am Freitag um 20.30 Uhr das als Hochrisikospiel eingestufte Bundesligaduell des VfB Stuttgart mit Borussia Dortmund angepfiffen wird: „Unser Publikum ist früher in der Halle und macht sich erst später auf den Heimweg.“

Einst feierten die Hallen-Wettkämpfe für die rasanten Vierspänner ihre Geburtsstunde in Stuttgart. Jetzt werden nach den Buschreitern am Mittwoch auch die Leinenkünstler ins Wasser gebeten. „Das bringt Spaß und ist etwas Neues“, freut sich auch schon Parcourschef Wolfgang Asendorf auf seine neue Aufgabe: „Ich bin selbst schon ganz gespannt auf die Prüfungen“. Schließlich wird in Stuttgart ebenfalls um Weltcup-Punkte gefahren. Erneut wird ein erlesenes Sechserfeld mit Weltmeister Boyd Exell aus Australien an der Spitze, die große Kunst an den Leinen zelebrieren. Für Mannschafts-Vizeweltmeister Georg von Stein (Modautal) gilt es zunächst sich für die Finalprüfung am  Samstag der drei besten Gespanne zu qualifizieren. reb

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