Ulmer Zehnkämpfer Brugger und Nowak bei Europameisterschaft im Pech

Äußerst bittere Erfahrungen mussten die beiden Ulmer Zehnkämpfer Mathias Brugger und Tim Nowak bei den Europameisterschaften in Amsterdam machen.

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Die Ulmer Zehnkämpfer Mathias Brugger und Tim Nowak haderten am Donnerstag bei den Europameisterschaften in Amsterdam mit dem Pech. Brugger schleppte sich für seine Verhältnisse verletzungsbedingt mehr schlecht als recht durch den Wettkampf, der reichlich Chancen für eine Top-Platzierung bot, und landete am Ende mit 7886 Punkten auf Rang neun. Der drei Jahre jüngere Tim Nowak musste seine Hoffnungen nach einem Sturz bei den Hürden schon früh am zweiten Tag begraben.

Schon bei seiner ersten Nominierung 2012 in Helsinki musste Brugger nach einem guten ersten Tag mit einer Patella-Sehnen-Verletzung aufgeben. Und auch dieses Mal stand der Wettkampf unter keinem guten Stern. Die Oberschenkelverletzung, die schon eine gute Punktzahl beim traditionsreichen Meeting in Götzis verhindert hatte, brach schon bald nach dem Start im Olympiastadion wieder auf und hemmte den 24-Jährigen sichtlich. Überall sonst hätte ihn Coach Christopher Hallmann wohl aus dem Rennen genommen. „Aber das machste bei einer EM nicht, solange es noch irgendwie geht“, gab Hallmann freimütig zu. Nicht schon wieder. Und nicht als Frontmann des deutschen Teams, in dem neben dem Vereinskameraden Tim Nowak mit Rene Stauß noch ein weiterer Württemberger seine Premiere feiern wollte und ebenfalls durch eine Verletzung gehandicapt war.

Medizinisch wurde alles versucht, um Brugger im Rennen zu halten, was am ersten Tag eine ordentliche Punktzahl von 4054 Punkten und Rang neun ergab. Und die Perspektive, mit seinem bekannt starken zweiten Tag Boden gegen die wegen der Doppelbelastung durch die Olympischen Spiele in Rio nur dünn vertretene europäische Spitze gut zu machen.

Dass das die Verletzung nicht zulassen würde, war schon beim 110-Meter-Hürdensprint zu sehen, den er mit Schmerzen in 14,99 über eine halbe Sekunde über Bestleistung beendete. Noch schlimmer traf es Tim Nowak, der am ersten Tag noch gut unterwegs in Richtung Bestleistung gewesen war. Nach einem Strauchler an der ersten Hürde, kam er viel zu nah an die zweite, die er mit voller Wucht mit dem Schwungbein traf und stürzte. Schon im Vorjahr hatte der berühmte „Salto nullo“ Nowak bei der U 23-EM mit drei ungültigen Versuchen im Diskus erwischt. Dieses Mal blieb Nowak trotz natürlich fehlender Spannung dabei, um seinen Teamkollegen Brugger im Innenraum unterstützen zu können. Der setzte mit 42,79 Meter im Diskuswerfen und mit 4,70 Meter im Stabhochsprung seinen Trend fort, den Umständen entsprechend ordentliche, aber halt keine seinem Potenzial entsprechenden Leistungen mehr erzielen zu können. „Durchbeißen“ war das Motto, um das Fähnlein der deutschen Zehnkämpfer hochhalten zu können, von dem im Stabhochsprung dann auch noch Rene Stauß mit einem „Salto nullo“ beim Stabhochsprung gegangen war.

Einen Lichtblick gab es dann beim Speerwerfen, bei dem Brugger seine alte Bestleistung mit 57,35 Meter um über vier Meter steigern konnte. Tim Nowak legte mit 60,94 Meter wieder ein paar Zentimeter auf seine alte Bestleistung drauf. Im abschließenden 1500er gaben die beiden Ulmer noch einmal alles. Nowak zog Brugger noch mal zu einer guten 4:30er-Zeit, die diesen letztlich auf 7886 Punkte und Rang neun brachte. Den Titel holte sich der Belgier Thomas Van der Plaetsen mit 8218 Punkten.

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