Spitzensportreform: Gezügelter Widerstand

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Präsident des DOSB: Alfons Hörmann aus Kempten. Foto: dpa  Foto: 

Der Widerstand der deutschen Spitzenverbände gegen die Leistungssportreform hält sich in Grenzen. Denn es herrscht Nervosität unter den Verbänden, wie man bei der Verteilung der Fördergelder nach neuen Regeln in Zukunft abschneiden wird. „99 Prozent wollen die Veränderungen, jetzt geht es um den Feinschliff“, sagte Siegfried Kaidel, Sprecher der Spitzenverbände, mit Blick auf die erste große Debatte heute in Frankfurt mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Vor der Sitzung mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann, seinem Vorstand Leistungssport Dirk Schimmelpfennig sowie einem Vertreter des Bundesinnenministeriums (BMI) konnten die olympischen und nichtolympischen Verbände sowie die Landessportbünde Fragen und Einwände zur Reform einreichen. „Viele haben das wahrgenommen“, berichtete Kaidel vage. „Es gibt noch einiges zu tun.“ Nach großer Aufmüpfigkeit oder Palastrevolution klingt das nicht.

Dabei war monatelang viel spekuliert und kritisiert worden. Nämlich, dass es bei der Reform nur um mehr Medaillen gehe, den zuletzt nicht so erfolgreichen Verbänden die Förderung empfindlich gekappt werden könnte und die erfolgreichen mehr profitieren würden. „Es wird sicher noch das eine oder andere heißer diskutiert als es ist“, meinte Kaidel. Aber alle wollten ja, dass sich etwas tue im deutschen Sport.

Das „Eckpunktepapier zur Neustrukturierung des Leistungssports“ enthält einigen Reizstoff wie das Potenzialanalyse-System, nach deren 20 Kriterien die Fördermittel künftig verteilt werden sollen. In der Attributenliste bleibt das Ungleichgewicht der Dopingbekämpfung in der Sportwelt ebenso unberücksichtigt wie die internationale Konkurrenzsituation in den jeweiligen Sportarten. Zudem gibt es eben die Kritik an der absoluten Fixierung auf mehr Medaillen in Zukunft. dpa

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