Sebastian Vettel sieht sich mit Mercedes auf Augenhöhe

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Champagner-Duell auf dem Siegerpodest von Sotschi: Sebastian Vettel (links), der Zweitplatzierte, feierte zuletzt mit dem Mercedes-Piloten Valtteri Bottas, der beim Großen Preis von Russland triumphiert hatte.  Foto: 

Sebastian Vettel watschelte mit zusammengepressten Lippen durch die Seenlandschaft auf dem Circuit de Catalunya, skeptisch blickte er unter seinem riesigen Ferrari-Regenschirm hervor in den düsteren Himmel. Doch obwohl die Meteorologen die Wahrscheinlichkeit eines Regenrennens beim Großen Preis von Spanien (Sonntag, 14 Uhr/RTL und Sky) von Tag zu Tag höher einschätzen und Vettel Wechselspekulationen zum Rivalen Mercedes erst einmal aus der Welt schaffen musste, führt an der Favoritenrolle des viermaligen Formel-1-Weltmeisters kein Weg vorbei.

Die Gründe hierfür liegen nicht nur in Vettels WM-Führung nach vier Saisonläufen, sondern vor allem in seiner dominanten Vorstellung bei den Testfahrten Ende Februar/Anfang März an gleicher Stelle. „Wie ein Brett“ habe der Ferrari auf dem abwechslungsreichen Kurs gelegen, sagte Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams, seinerzeit ebenso anerkennend wie ehrfurchtsvoll.

Vettel ging das damals schon zu schnell. Und auch jetzt weist er die Rolle des ersten Sieganwärters von sich. „Auf Augenhöhe mit Mercedes“ sei die Scuderia, sagte Vettel. Überhaupt gehe es nicht allein darum, „Mercedes in einzelnen Rennen zu schlagen, sondern über eine lange Strecke“. Der Heppenheimer macht allerdings auch keinen Hehl aus seinem großen Selbstvertrauen: „Barcelona war für uns beim Testen gut, und seitdem ist der Wagen immer besser geworden.“ Die Bedingungen seien aber „deutlich anders als im Februar und März“, gab Vettel zu bedenken.

Italienische Medienberichte über einen Vorvertrag bei Weltmeister-Rennstall Mercedes verwies der Heppenheimer derweil schnurstracks ins Reich der Fabel. „Wer hat das geschrieben? Die Italiener? Dann fragt die doch! Nein, ernsthaft: Da gibt es nichts“, sagte er bei der Pressekonferenz. Der 29-Jährige, dessen Dreijahreskontrakt bei Ferrari ausläuft, erklärte weiter, „für 2018 noch bei niemandem unterschrieben“ zu haben, und fügte an: „Diese Mercedes-Gerüchte hat es die letzten Jahre immer gegeben.“

Die Zahlen der bisherigen Saison sprechen tatsächlich für einen Verbleib bei Ferrari. Nach zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen weist der 29-Jährige mit 86 von 100 möglichen Punkten die Zwischenbilanz eines kommenden Weltmeisters auf. Die Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton (England/73) und Valtteri Bottas (Finnland/63) sind jedoch in Schlagdistanz. Allerdings kämpft das Duo nicht nur gegen Vettel, sondern auch um die Vormachtstellung im Weltmeisterteam – und hat sich schon gegenseitig Punkte weggenommen.

Barcelona gilt als richtungsweisend für den weiteren Verlauf des Formel-1-Jahres. Der traditionelle Auftakt der Europa-Saison ist alljährlich auch ein Update-Festival, alle Teams bringen neue Komponenten mit. Vettel bleibt gelassen: „Ich glaube, dass unsere Leute das Auto so weiterentwickeln können, wie wir es benötigen.“

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso hat erneut kein gutes Haar an seinem Team McLaren-Honda gelassen. „Absolut inakzeptabel“ sei die fehlende Standfestigkeit des Boliden, sagte der Spanier. Zugleich ließ der 35-Jährige durchblicken, dass er den Rennstall am Saisonende wohl verlassen wird. Möglich, dass Alonso, der am 28. Mai beim Indy 500 anstatt in Monaco startet, die Disziplin wechselt, ohne McLaren zu verlassen. sid

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