Positive Saisonbilanz der Nordischen Wintersportler

|
Stolze Medaillensammlung: Ihre WM-Titel in Olympiasiege umzumünzen, wird für Biathletin Laura Dahlmeier schwer.  Foto: 

Andreas Wellinger fiel wie ein Stein vom Monster-Bakken, Laura Dahlmeier leistete sich ein Fehlschuss-Spektakel und Fabian Rießle stürzte beim Saisonfinale in Schonach. Irgendwie scheint bei den Nordischen Skisportlern zum Ende der Saison ein bisschen die Luft raus. Das kann die positive Gesamtbilanz des Deutschen Ski-Verbands (DSV) jedoch nicht schmälern. Einziges Sorgenkind waren und sind die Langläufer, die es in knapp einem Jahr bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (Südkorea) nur besser machen können. Der Rest hofft, seine starke Form ins letzte Viertel des olympischen Vier-Jahres-Zyklus zu retten.

Biathlon

Der Gewinn des Gesamtweltcups und von fünf WM-Titeln, dabei saisonübergreifend elf Medaillen in Serie – Laura Dahlmeier hat so manchen Rekord geknackt. Es war zugleich die erste Saison, in der die 23-Jährige ohne Verletzungen oder Krankheiten durchkam. Das kann man von Simon Schempp (erneut) nicht behaupten, so dass der große Angriff auf „Dominator“ Martin Fourcade ausfiel. Dennoch bedeutete für den Uhinger der WM-Titel im Massenstart, genauso wie das Sprint-Gold für Benedikt Doll, einen Meilenstein in seiner Laufbahn. Doch die DSV-Sportdirektorin der nordischen Disziplinen weiß, wo gerade jetzt die Gefahren lauern: „Stillstand ist Rückschritt“, sagt Karin Orgeldinger. Es wird also im Sommer viel Arbeit auf Dahlmeier und Co. zukommen, um noch robuster in die Olympiasaison zu gehen.

Skispringen

Markus Eisenbichler, Severin Freund, Andreas Wellinger, Karl Geiger. Vier deutsche Springer sind in dem Winter bei WM oder Weltcup aufs Podest geflogen. Das Team von Bundestrainer Werner Schuster war so stark wie seit Sven Hannawalds Erfolgen nicht. Schusters Hauptaufgabe ist es nun, den Konkurrenzkampf im Team weiter hochzuhalten – zumal offen ist, ob Freund nach seinem Kreuzbandriss noch ein Medaillengarant ist. „Die anderen Springer sind aus seinem Schatten herausgetreten. Jetzt müssen sie mehr Verantwortung übernehmen“, erklärt Schuster.

Nordische Kombination

Hier haben es die Deutschen auf der Zielgeraden verpasst, ein rein schwarz-rot-goldenes Podium im Gesamtweltcup sicherzustellen. Im Endspurt blieb Fabian Rießle etwas unter seinen Möglichkeiten. „Ich muss im Springen noch stabiler werden“, sagt der Schwarzwälder. Das war es dann auch schon mit Negativschlagzeilen. Nach einer überragenden Saison mit sechs WM-Medaillen sowie Platz 1 (Eric Frenzel) und 2 (Johannes Rydzek) im Gesamtweltcup kann sich Hermann Weinbuch wenig vorwerfen. Der Bundestrainer weiß, dass er verstärkt als Psychologe gefragt ist: „Das wird nicht einfach, da wir ja zwei Kampfhähne haben, die alles wollen. Es kann aber immer nur einer oben stehen.“

Langlauf

In den Top Ten der Weltrangliste sucht man deutsche Langläufer vergeblich, ebenso im Medaillenspiegel der Nordischen Ski-WM. Seit Jahren hinkt die Disziplin den Multisportarten Biathlon und Nordische Kombination hinterher. Immerhin: Die Schwarzwälderin Sandra Ringwald wurde als beste Deutsche 16. im Gesamtweltcup. „Sie ist auf dem Sprung von einer reinen Sprinterin zu einer guten Allrounderin“, meint Langlauf-Chef Andreas Schlütter, der jedoch Fehler in der Saisonvorbereitung einräumte. Das muss, auch mit Hilfe der neuesten Trainingserkenntnisse von Biathleten und Kombinierern, in der Olympia-Saison besser werden. Sonst wird es sicher nichts mit der angepeilten Medaille in Pyeongchang.

Die Skispringer haben in dieser Weltcup-Saison noch eine letzte Aufgabe vor sich: Für den deutschen Überflieger Andreas Wellinger und den Österreicher Andreas Kraft steht am kommenden Wochenende beim Fliegen im slowenischen Planica das Saisonfinale an, bei dem es um den Triumph im Gesamtweltcup geht. Kraft geht mit 1465 Punkten knapp vor dem Polen Kamil Stoch (1434) als Führender in den finalen Showdown, Wellinger (1001) ist ohne Chance auf den Gesamtsieg hinter ­Daniel Andre Tande (1181) Vierter. „Und danach freuen wir uns alle auf eine Pause“, sagte Wellinger. mha

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zwölf Namen für die neuen Ulmer Straßenbahnwagen

Die neuen Straßenbahnwagen der Linie 2 werden nach Männern und Frauen benannt, die mit Ulm in Verbindung stehen. So war es auch schon beim Combino. weiter lesen