Novak Djokovics Dominanz ist dahin

Nach 391 Tagen hat Novak Djokovic wieder ein Grand-Slam-Match verloren. Der Dominator aus Serbien unterlag in Wimbledon einem Außenseiter.

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Ein Blick in Boris Beckers Gesicht reichte aus, um die Dimension dieser Niederlage zu erfassen. Die Augen zusammengekniffen, die Lippen fest aufeinandergepresst starrte Becker über den Platz ins Nichts. Sein Schützling Novak Djokovic, der Grand-Slam-König aus Serbien, war ausgeschieden. In der dritten Runde von Wimbledon. Nach 30 aufeinanderfolgenden Siegen und vier Titeln bei den vier wichtigsten Turnieren weltweit.

Ja, er sei nicht zu 100 Prozent fit gewesen, sagte Djokovic nach dem 6:7 (6:8), 1:6, 6:3, 6:7 (5:7) gegen den Amerikaner Sam Querrey, und ja, er hätte auch lieber auf dem Centre Court unter dem Dach gespielt, als dem Regenwirrwarr von Wimbledon auf Platz 1 ausgeliefert zu sein. Vor der Regenunterbrechung am Freitagabend hatte sich die Überraschung bereits angekündigt. Djokovic lag 0:2-Sätze zurück, der letzte Schauer an einem verkorksten Tag schien ihn noch einmal zu retten.

Tatsächlich nahm das Match am Samstag zunächst seinen erwarteten Lauf. Djokovic gewann die ersten fünf Spiele und fand dennoch nicht zur gewohnten Sicherheit. Drei weitere Regenpausen taten ihr übriges, um den Titelverteidiger zu Fall zu bringen. Zuletzt war Djokovic 2009 in Paris gegen den Augsburger Philipp Kohlschreiber derart früh bei einem Grand Slam ausgeschieden. Danach hatte er immer mindestens das Viertelfinale erreicht.

Djokovic unterlag dieses Mal nicht Roger Federer, Andy Murray oder einem anderen der Mitfavoriten, er verlor gegen den Weltranglisten-41. Querrey, der bislang nie über das Achtelfinale eines Grand Slams hinausgekommen ist. Der 28-Jährige konnte selbst nicht fassen, was ihm da gerade gelungen war: „Novak ist auf dem Weg, der beste Spieler der Geschichte zu werden, er ist mental so stark. Aber ich war bereit.“

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