Kommentar: Immer einen Schritt zu spät

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Redakteurin Sport, Autorenfoto 2016  Foto: 

Endlich haben es die Russen Schwarz auf Weiß: Dass sie für den Medaillenspiegel in Sotschi 2014 flächendeckendes Doping betrieben haben, ist keine Verschwörungstheorie der bösen Amerikaner mehr, wie dort die hochrangigsten Politiker wie Ex-Sportminister und Vize-Premier Witali Mutko behaupten. Sondern sie ist ein von der olympischen Bewegung anerkannter Fakt. Deshalb wird auch keine russische Flagge bei den Winterspielen Pyeongchang zu sehen sein, keine Hymne in den Arenen ertönen – egal wie erfolgreich russisch-stämmige Sportler dort sind.

Die Russen haben für diesen Fall bereits Boykott angedroht. Allerdings ist fraglich, ob sie sich das Millionenspiel, an dem sie ja Flaggen-unabhängig teilnehmen, einfach so abschenken werden. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass Staatschef Putin jeden „neutralen“ Medaillengewinner erst recht feiert wie einen Volkshelden. Denn der direkten Konfrontation mit der Politik ging der Weltsport durch diese „Hintertür“ aus dem Weg – und steckt dabei doch in einem weiteren Dilemma: Fast alle der zuletzt gesperrten russischen Athleten hatte die Karriere bereits beendet.

Der Weltsport kommt – wie die Dopingjänger – oft einen Schritt zu spät. Und so hat der Kreml längst ein anderes Projekt: Im Juni will die Sbornaja im Fußball so gut dastehen wie noch nie. An der Spitze der WM-Organisatoren: Witali Mutko, der gerade lebenslang gesperrte Sportfunktionär. Aber die Fifa, das ist noch einmal ein anderer Verein.

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