Historische Doppelvergabe an Paris und Los Angeles

Zum ersten Mal seit über 100 Jahren hat das IOC zwei Städte gleichzeitig bedacht. Paris erhielt die Sommerspiele 2024, Los Angeles ist vier Jahre später dran.

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Das Model auf dem Foto zeigt Los Angeles, den Ausrichter der Olympischen Sommerspiele 2028. Die kalifornische Metropole hat Paris für 2024 den Vortritt gelassen und wird dafür finanziell großzügig entschädigt.  Foto: 

Die historische Doppelvergabe ist perfekt: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat auf einer emotionalen Sitzung seiner 131. Session in Lima/Peru die Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028 an Paris und Los Angeles vergeben. Die Vollversammlung des IOC hatte die Doppelvergabe bereits im Juli beschlossen, musste sie aber noch offiziell verkünden.

IOC-Präsident Thomas Bach ließ die 90 IOC-Mitglieder über das Tripartite Agreement (dreiteiliges Abkommen) zwischen dem IOC und beiden Städten abstimmen, das die besondere Vergabe regelt. Es gab keine Gegenstimme. In den Delegationen beider Städte herrschte nach der Wahl große Freude und Erleichterung. „Wir tragen die olympische Flamme in unserem Herzen“, sagte Tony Estanguet, Co-Präsident des Pariser Bewerbungskomitees. Er freue sich schon jetzt auf die Eröffnungsfeier am 2. August 2024. Paris war in der jüngeren Vergangenheit mit drei Bewerbungen (1992, 2008, 2012) gescheitert.

Auch Los Angeles, das nach 1932 und 1984 ebenfalls zum dritten Mal Gastgeber von Sommerspielen sein wird, war voller Euphorie. „Wir werden am Mittwochabend und anschließend noch am Wochenende in Los Angeles feiern“, versprach Bewerbungschef Casey Wasserman.

Am Tag der Entscheidung hatten beide Städte noch einmal 25 Minuten Zeit, sich mit Reden und Filmen zu präsentieren. Paris setzte dabei auf seine bunte Vielfalt und hatte in Präsident Emmanuel Macron wieder einen großen Förderer. Los Angeles zeigte die Vielfalt seiner Sportstätten und setzte auf seine lange olympische Geschichte seit 1932.

Die beiden letzten im Kampf um 2024 verbliebenen Städte hatten sich zuvor mit dem IOC im Rahmen des Tripartite-Abkommens über die Reihenfolge der Austragung geeignet. Paris hatte die besseren Argumente für 2024, weil die Seine-Metropole genau 100 Jahre nach der letzten Austragung wieder Gastgeber sein wird. Bach machte zudem Los Angeles, das nach 1932 und 1984 zum dritten Mal Gastgeber von Sommerspielen sein wird, finanziell so gute Zugeständnisse, dass die kalifornische Metropole am Ende Paris gerne den Vortritt ließ.

„Diese Vereinbarung war zu gut, dass wie sie nicht ausschlagen konnten“, sagte Bürgermeister Eric Garcetti. Das finanzielle Trostpflaster kann auf bis zu zwei Milliarden Euro anwachsen. 1,5 Millionen Euro kassiert die Stadt pauschal vom IOC. Dazu können nochmal 500 Millionen Euro durch Marketing-Deals, Unterstützungen von Jugendsport-Projekte sowie der Übertragung eines möglichen Überschusses.

Das IOC wollte in Zeiten knapper Bewerber keinen der Kandidaten vergraulen und bedacht beide Städte mit einer Austragung. Zuletzt hatte es vor 100 Jahren eine Mehrfach-Vergabe von Sommerspielen gegeben. Damals erhielten Paris und Amsterdam die Spiele 1924 und 1928, später noch Los Angeles für 1932.

IOC-Präsident Thomas Bach hat keinen Zweifel, dass die Winterspiele in Südkorea im kommenden Februar stattfinden. Das sagte er in Lima zur Eröffnung der IOC-Session. Über Alternativen zu den Spielen in Pyeongchang vom 9. bis 25. Februar zu sprechen, sei die falsche Botschaft, so Bach. Pyeongchang ist nicht einmal 100 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt. Das weitgehend isolierte Nordkorea hat mit Raketen- und Atomtests für Spannungen gesorgt.

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